Stiftungsrat Strobl fordert Amtsenthebung von Mück

31. Mai 2006, 18:33
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Für Untersuchungskommission wie bei Seledec - Kritik auch vom Frauennetzwerk-Medien - Mück weist Vorwürfe zurück

Eine vorläufige Amtsenthebung von ORF-Chefredakteur Werner Mück fordert der Grüne ORF-Stiftungsrat Pius Strobl. Als Grund dafür gibt Strobl "massive Vorwürfe" von ORF-Mitarbeitern an. Dies dürfe nicht ohne Konsequenz bleiben. Kritik an Mück kommt auch vom Frauennetzwerk-Medien. Der ORF-Chefredakteur selbst weist alle Anschuldigungen zurück und spricht von "Gerüchten".

"Wenn die erhobenen Vorwürfe - Drohungen mit dem Karriereende beziehungsweise berufliches 'Umbringen', Mobbing, Frauenfeindlichkeit, Verstöße gegen das Redakteursstat etc. - stimmen, ist es nach den Regeln der Mitarbeiterführung unvorstellbar, dass Mück für eine weitere Führungsfunktion in Frage kommt", so der Grüne Strobl. "Eine Klärung ist nicht möglich, solange er sein Amt ausübt. Analog zum Fall Seledec ist die ORF-Geschäftsführung aufgefordert, Mück von seiner Führungsfunktion bis zur Klärung aller Vorwürfe vorläufig zu entheben und eine Untersuchungskommission einzusetzen." Bei jedem anderen Unternehmen würden derartige im Raum stehende Vorwürfe "das Ende der Karriere bedeuten".

Frauennetzwerk-Medien übt Kritik an ORF-Chefredakteur

Kritik am ORF-Chefredakteur kommt auch vom Frauennetzwerk-Medien. Das Frauennetzwerk stößt sich an einer von Mück im Nachrichtenmagazin "profil" kolportieren Bemerkung zu einer Mitarbeiterin, wonach diese, weil sie zu dick sei, eine Beleidigung für die Zuseher sei. "Wir fordern Sie auf, sich bei der betroffenen Mitarbeiterin zu entschuldigen und generell herabwürdigende Bemerkungen gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für alle Zeiten zu lassen. Dass ein Chefredakteur des größten elektronischen Mediums des Landes sich so einer Wortwahl bedient, ist eine Schande und wäre anderswo ein Kündigungsgrund", schreibt Netzwerk-Vorsitzende und ORF-Radiojournalistin Brigitte Handlos in einem offenen Brief.

Mück selbst wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bereits in einem offenen Brief am vergangenen Sonntag zurück. Die Diskussion werde geführt, um ihn zu verhindern. In einem Mail an das Frauennetzwerk von Montagnachmittag meinte Mück: "Sie orientieren sich bedauerlicherweise an Gerüchten. Da ich Derartiges niemals gesagt habe, wüsste ich auch nicht wofür und bei wem ich mich entschuldigen sollte." (APA)

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