Steirer wollte Sohn Lehre erteilen: Elfjähriger erlitt Alkohol-Vergiftung

12. Juni 2006, 16:20
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Bub wollte unbedingt Wein trinken und der vater schenkte ihm ein

Graz - Wegen Quälens und Vernachlässigens Unmündiger stand am Mittwoch ein 35-jähriger Vater vor dem Grazer Straflandesgericht. Er soll seinen Sohn gezwungen haben, Wein zu trinken. Der Angeklagte gab an, er hätte dem damals Elfjährigen nur eine Lehre erteilen wollen, da sich dieser wünschte, unbedingt "besoffen" zu sein. Dass die Lehrstunde mit einer Alkohol-Vergiftung endete, war nicht geplant. Der Vater muss eine Geldbuße von 800 Euro bezahlen und entgeht damit einer Verurteilung.

Der Vorfall ereignete sich bereits Anfang Jänner. Ein Nachbar hat den strikten Anti-Alkoholikern eine Flasche Weißwein vor deren Haustür gestellt. Der Elfjährige fand die Flasche und wollte unbedingt etwas trinken. Seine Argumentation: Andere Kinder in seiner Hauptschule seien auch schon betrunken gewesen.

Da die Eltern verhindern wollten, dass ihr Sohn, heimlich aus der Flasche Wein trinkt, gab der Vater dem Kind ein Viertelglas zu trinken. Der Schüler schüttete "den Wein wie Wasser runter" und verlangte noch mehr, erklärte der Vater. Die Mutter leerte die Flasche schließlich aus. "Eigentlich sollte er die Wirkung nur am eigenen Leib erfahren. Ich dachte, dass er sich übergeben wird. Da hab' ich mich verrechnet", so der 35-jährige Mann vor Gericht.

Der Elfjährige der an einer komplizierten Schwerhörigkeit leidet, die ihn aggressiv machet wurde dann weiß im Gesicht und hatte Schaum vor dem Mund. Er wurde mit 1,2 Promille Alkohol im Blut in die Grazer Kinderklinik eingeliefert. Danach kam er ins SOS-Kinderdorf nach Stübing. Die Eltern hoffen, dass sie ihren Sohn bald wieder zurück bekommen. Der Elfjährige bekam in der Verhandlung den Rat, sich künftig an die Schulmilch-Aktion zu halten. (APA)

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