Büromöbelhersteller Bene fit für Börsengang

22. Juni 2006, 15:19
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Das Unternehmen wurde in eine Aktien­gesellschaft umgewandelt, die Umsätze steigen, Wachstumspläne liegen auf dem Tisch

Wien – "Bene ist fit für weiteres Wachstum". So kommentierte Bene-Vorstandschef Frank Wiegmann die bevorstehenden Unternehmenspläne. Die Ziele sind hoch gesteckt: "Wir wollen die erfolgreichste Firma in Europa werden und in Österreich den Marktanteil von bisher 25 auf 30 Prozent ausbauen", erklärte Manfred Bene, der sich anlässlich seines bevorstehenden 65. Geburtstags von der Geschäftsführung zurückgezogen und den Vorsitz im Aufsichtsrat übernommen hat. Auch das internationale Geschäft soll forciert und die derzeitige Exportquote von 56 Prozent weiter erhöht werden. Dabei sollen bestehende Märkte in West- und Osteuropa ausgebaut und neue Regionen wie der skandinavische Raum, Bulgarien oder die Ukraine erschlossen werden.

"Haben Hausaufgaben gemacht"

Das Unternehmen, das von einem klassischen Familienbetrieb nach Umsatzeinbußen zu einer "managementgeführten Kapitalgesellschaft" umstrukturiert wurde, hat am Mittwoch erstmals Bilanzzahlen veröffentlicht. Bei um zehn Prozent höheren Umsatzerlösen von 186 Mio. Euro wurde im Geschäftsjahr 2005/06 (1. Februar 2005 bis 31. Jänner 2006) ein Betriebserfolg von 10,7 (2,8) Mio. Euro erzielt. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg deutlich von 1,2 auf 9,7 Mio. Euro. Die Nettoverschuldung wurde um 65 Prozent auf 5,1 (14,7) Mio. Euro gesenkt, die Eigenkapitalquote stieg auf 23,8 (16,5) Prozent.

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Jetzt können wir den Blick in die Zukunft richten", so Wiegmann. In dieser sei ein Börsengang möglich. Voraussichtlich im Herbst oder im Frühling 2007 – je nach Entwicklung des Umfelds – sei ein Going public "eine Option", bei der die Familie Bene größter Einzelaktionär bleiben würde. Wachstum könnte aber auch mit einer Unternehmensanleihe finanziert werden.

Ein Ausstieg der bisherigen Eigentümer sei nicht primäres Thema: "Es gibt keinen Grund auszusteigen", erklärte Kurt Stiassny, Chef der Unternehmensinvest AG (UIAG), der auch im Bene-Aufsichtsrat sitzt. 40 Prozent der Anteile halten die Bene-Stiftung, 28 Prozent die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft UIAG, der Rest entfällt auf Investorengruppen um Michael Tojner und um Erhard Schaschl.

Nach früheren Informationen zeichnet sich eine Kombination aus Abgabe von Altaktien und Emission junger Aktien ab. Die Gruppe um die UIAG, die rund 60 Prozent des jetzigen Aktienkapitals repräsentiert, soll demnach ihren Anteil reduzieren. Als mögliches Volumen für einen Börsengang wurde eine Bandbreite zwischen 50 und 70 Mio. Euro genannt.

Von der Produktion bis zur Führungsebene würde "händeringend" Personal gesucht, erklärte Marketingvorstand Thomas Bene. Willkommen wären Mitarbeiter, die "hinausgehen und die einzelnen Märkte mitaufbauen". (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.6.2006)

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Bene
  • Bene will die Märkte in West- und Osteuropa weiter ausbauen und neue Regionen wie Skandinavien, Bulgarien oder die Ukraine erschließen.
    foto: bene

    Bene will die Märkte in West- und Osteuropa weiter ausbauen und neue Regionen wie Skandinavien, Bulgarien oder die Ukraine erschließen.

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