"Sauna-Affäre": Hauptverdächtiger aus U-Haft entlassen

6. Juni 2006, 14:06
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Geschäftsführer des Wiener FKK-Clubs wieder in Freiheit

Wien - Der Hauptverdächtige in der so genannten Sauna-Affäre befindet sich wieder auf freiem Fuß. Wolfgang B. (42), in dessen FKK-Club in Wien-Simmering Ende März bei einer Razzia belastendes Material wegen Prostitutionshandels sicher gestellt wurde, ist bereits am vergangenen Freitag aus der U-Haft entlassen worden.

Am Tatverdacht habe sich nichts geändert, betonte Christian Gneist, Pressesprecher des Wiener Straflandesgerichts: "Sowohl der dringende Tatverdacht als auch die anderen Haftgründe sind nach wie vor gegeben. Der U-Richter ist jedoch zur Auffassung gelangt, dass diese durch gelindere Mittel - etwa Abgabe des Reisepasses oder das Gelöbnis, sich an Weisungen zu halten - substituiert werden können."

Auch jene 28-Jährige Frau, die in dem Etablissement für die Unterbringung der Mädchen zuständig gewesen sein und regelmäßig für "Nachschub" gesorgt haben soll, befindet sich in Freiheit. Nach der Frau war lange Zeit gefahndet worden, ehe sie sich selbst stellte. Die Frau hinterlegte eine Kaution, über deren Höhe das Graue Haus Stillschweigen bewahrt.

Damit befinden sich von den in acht in U-Haft genommenen Verdächtigen nur mehr ein Mann in der Justizanstalt Josefstadt. Bei ihm ist nach Ansicht des Gerichts Verdunkelungsgefahr gegeben, was vorerst seinen Weiterverbleib im Gefängnis nötig macht.

Ob gegen den suspendierten interimistischen Leiter der Kriminalabteilung der Bundespolizeidirektion Wien, Hofrat Ernst Geiger Anklage erhoben wird, wird kommende Woche entschieden. (APA)

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