Raidl: "Wird nach den Wahlen nochmals diskutiert"

29. Juni 2006, 15:36
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Stromlösung ist wettbewerbsfeindlich - "Hoffe, dass sie nicht zu Stande kommt"

Wien - Die vorerst gescheiterte Fusion zwischen der OMV und dem Verbund-Konzern werde nach den Nationalratswahlen nochmals diskutiert, glaubt Claus Raidl, Böhler-Uddeholm-Chef und Wirtschaftsberater von Kanzler Wolfgang Schüssel. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Länder dann weiter auf eine 51-Prozent Beteiligung an OMV/Verbund bestehen werden, so Raidl am Mittwoch im Klub der Wirtschaftspublizisten. Ein Beteiligung von 25 Prozent plus eine Aktie wäre seiner Meinung nach ausreichend.

Es sei jedenfalls traurig gewesen, dass die Landeshauptleute bei ihrer Entscheidung politische "Selbstprovinziallsierung" betrieben hätten. Österreich werde am Föderalismus ersticken. Das Scheitern der Fusion von OMV und Verbund sei das beste Beispiel dafür. Es zeuge von politischer Verlogenheit eine Beteiligung von 51 Prozent zu verlangen und in den Landesgesellschachaften selbst ausländische Gesellschafter zu haben.

Heftige Kritik übte Raidl an der geplanten Österreichischen Stromlösung (ÖSL), der Kooperation von Verbund und EnergieAllianz (EVN, Wien Energie, Bewag/Begas). Diese sei wettbewerbsgefährdend. Er "hoffe, dass sie nicht zu Stande kommt" und sie von Brüssel nicht genehmigt werde. (APA)

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