Reaktionen aus Burg und Staatsoper

1. Juni 2006, 13:40
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Bachler wünscht Glück, Holender äußert Sympathie

Wien - Burgtheater-Direktor Klaus Bachler gratuliert den beiden Burgtheater-Mitgliedern Robert Meyer und Rainer Schubert zur Bestellung als Leitungsteam der Wiener Volksoper. "Was die beiden jetzt brauchen, ist Glück und dass man ihnen eine Chance gibt", so Bachler am Mittwoch in einer Aussendung.

Publikum und Temperatur

"Seine Bestellung hat alle meine Sympathie", sagte Staatsoperndirektor Ioan Holender in einer ersten Reaktion auf die Präsentation von Robert Meyer zum Volksopern-Direktor ab 2007. "Er ist ein exzellenter Schauspieler und ein wunderbarer 'Frosch', auch an der Staatsoper, und ich hoffe sehr, dass er das bei uns auch weiter spielt. Über seine musikalisches Wissen kann ich nichts sagen."

Er habe nichts von der Entscheidung gewusst, in Gesprächen im Vorfeld aber darauf hingewiesen, wie wichtig eine Rückkehr von Rainer Schubert an die Volksoper sei. "Er kennt das Publikum und die Temperatur der Volksoper. Man braucht kein Thermometer, wenn Schubert dort ist. Er sei "ein exzellenter Betriebsdirektor, aber kein Stimmexperte oder Dramaturg". Er könne nicht das Ensemble aussuchen, aber es glänzend einsetzen." "Er ist ein bescheidener, ganz auf die Arbeit orientierter Mensch. Er hat alle meine Sympathien und die von allen, die mit ihm arbeiten."

Schwächen und Stärken

Einen weiteren Vorteil für das neue Führungs-Duo sieht Holender: "Beide kennen Wien und wollen sich nicht profilieren für Gott weiß was. Und: Als Direktor ist noch niemand geboren worden, weder als Volksoperndirektor, noch als Staatsoperndirektor." Auch ihm selbst habe man am Anfang höchstens zwei Jahre gegeben. Schwächen könnten in kurzer Zeit zu Stärken werden und umgekehrt. Daher wollte er sich auf keine Stärken-Schwächen-Analyse der künftigen Volksopern-Direktion einlassen.

"Entscheidend sind immer nur zwei Dinge: Was man spielt, und mit wem man spielt. Alles andere zählt nicht. Es ist sehr leicht zu wissen, was man in der Volksoper spielt, und es ist an der Volksoper nicht leichter und nicht schwerer als anderswo, zu wissen, mit wem man spielt. Es ist absolut unwahr, dass die Volksoper schwerer zu führen ist als andere Häuser", so Holender. Abgesehen von dem allgemeinen Bedarf einer Anhebung der Basissubventionierung sei die Volksoper richtig budgetiert, "wenn die Einnahmen normal sind. Neue Abonnenten für die Volksoper zu finden ist schwierig, aber wenn es jemand kann, dann die beiden." (APA)

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