Bundesforste im grünen Bereich: Weniger Holz, aber bessere Preise

13. Juni 2006, 11:27
posten

Trotz Käferinvasionen und Windwürfen können die Österreichischen Bundesforste für 2005 eine positive Bilanz ziehen

Wien – Das Vorjahr war für die Österreichische Bundesforste AG (ÖBf) wahrlich kein (Wald)Spaziergang. Nach starken Windwürfen hatte der Hauptbereich des Unternehmens, die Forstwirtschaft, mit Käfermassen zu kämpfen, auf deren Konto 70 Prozent der insgesamt 858.000 Festmeter (Fm) Schadholz gingen. Große Schadholzmengen, eine – im Hinblick auf die Nachhaltigkeit – bewusst um 170.000 Fm reduzierte Holzerntemenge und damit einhergehend geringere Verkaufserlöse waren die Folge. Dennoch erbrachte Forst/Holz 77 Prozent der gesamten Betriebsleistung und konnte 138,2 Mio. Euro (+ 2,3 Prozent) erwirtschaften.

Nachfrage steigt

"Die Verbesserung des Gesamtergebnisses war vor allem durch die europaweit steigende Holznachfrage sowie durch das starke Wachstum des Immobilien-Geschäftsfeldes möglich", konkretisieren die beiden ÖBf-Vorstände Thomas Uher und Georg Erlacher.

Bei einer Holzernte von 1,9 Mio. Fm hat sich der Gewinn (EGT) im Vorjahr von 22,9 auf 23,07 Mio. Euro verbessert. Die Betriebsleistung stieg von knapp 175 Mio. auf 179,3 Mio. Euro. Die Umsatzrendite betrug 13,6 Prozent, die Eigenmittelquote fast 50 Prozent.

Weitere "good news": Seit einigen Monaten ziehen die Holzpreise an. Derzeit kostet gute Fichte im Schnitt 80 Euro. "Dies ist in Zukunft noch steigerbar", ist Erlacher optimistisch. Und: Neue Einsatzmöglichkeiten für bisher nicht verwertbare Holzreste als Biomasse in der Energiegewinnung werden die Nachfrage weiter ankurbeln. Der heimische Jahresbedarf wird künftig auf drei bis fünf Millionen Fm geschätzt.

Freuen darf sich aber auch die Republik Österreich, die hundert Prozent der ÖBf-Aktien hält. 7,8 Mio. Euro Dividende und 7,4 Mio. Euro so genanntes Fruchtgenussentgelt fließen in den Staatssäckel, womit sich die Summe, welche die ÖBf seit ihrer Ausgliederung vor neun Jahren dort abgeliefert hat, auf 180,6 Mio. Euro aufstockt.

Know-how für Private

Der Blick aufs Detail zeigt, dass sich im Vorjahr der ÖBf- Immobilien-Sektor (26,7 Mio. Euro) besonders hervorgetan hat. Die Steigerung von 6,3 Prozent führt Uher vor allem "auf die Intensivierung der Baurechtsvergabe zurück". Das ambitionierte Ziel: "Bis zum Jahr 2010 soll die Betriebsleistung in diesem Geschäftsfeld noch um 45 Prozent gesteigert werden."

Ebenfalls gewachsen ist der strukturell neu ausgerichtete Dienstleistungsbereich. Er brachte ein Plus von 1,7 Prozent auf insgesamt 5,9 Mio. Euro zustande. Die wichtigste Neuerung war hier die Gründung eines Profit Centers für Inlandsgeschäfte, das neben der bisherigen Beratungstätigkeit auch die Betreuung privater Forstflächen anbietet. Bis zum Jahresende sollen so rund 4000 Hektar privater Forst betreut werden, heißt es.

Das Profit Center Consulting, das Know-how über die Grenzen exportiert, konnte im Vorjahr jedenfalls Beratungsaufträge aus Serbien und Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie aus Rumänien an Land ziehen. (bach, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.6.2006)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Seit ihrer Ausgliederung haben die Österreichischen Bundesforste 180,6 Millionen Euro an die Republik überwiesen

  • Artikelbild
    grafik: österreichische bundesforste ag/pressegespräch 2005/standard
Share if you care.