Internet-Ombudsmann: Beschwerden bei Konsumenten im Netz verdoppelt

7. Juni 2006, 10:26
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Mehr als 285.000 Euro zurückgefordert, Bewusstsein der Jugendlichen soll verbessert werden

Immer mehr Menschen klagen über Probleme beim Einkauf im Internet. Bereits im ersten Halbjahr konnte die Konsumenteneinrichtung "Internet Ombudsmann" 1.900 eingebrachte Problemfälle verzeichnen. Die Zahl steigt drastisch, bedenkt man, dass es im vergangenen Jahr 1.460 waren und man 2004 überhaupt nur 750 "Hilferufe aus dem Net" registrierte. Mehr als 285.000 Euro konnte die Einrichtung für Konsumenten zurückfordern. Diese Zahlen und den Jahresbericht 2005 präsentierten Konsumentenschutz-Staatssekretär Sigisbert Dolinschek und Ombudsmann-Sprecher Jürgen Gangoly am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

"Information, Prävention und Streitschlichtung

Die steigende Anzahl der Beschwerden hänge nicht nur mit dem erhöhten Bekanntheitsgrad der Konsumentenanlaufstelle zusammen, sondern auch mit der steigenden Zahl der betrügerischen Websites, so Gangoly. "Information, Prävention und Streitschlichtung zwischen Konsumenten und Betreibern sind unsere Ziele", sagte der Sprecher.

Rund 73 Prozent der Konflikte könnten laut Ombudsmann außergerichtlich gelöst werden. Hauptsächlich ginge es um Probleme beim Vertragsrücktritt und der ordnungsgemäßen Lieferung der bestellten Waren im Internet. Durchschnittlicher Streitwert pro Fall: 260 Euro. Hauptbereiche der Beschwerden seien weiters Gratis-Angebote und Gewinnspiele, SMS-Mehrwertdienste und Spamming sowie Online-Auktionen. "Mit unserem steigenden Bekanntheitsgrad und der Präsenz in den Medien haben wir ein sanftes Druckmittel gegen kommerzielle Betreiber und können so Probleme für die Verbraucher lösen", sagte Gangoly.

Überlegen

Der für Konsumentenschutz zuständige Staatssekretär Dolinschek appellierte vor allem an Jugendliche, sich beim Kaufen im Internet genau zu informieren und zu überlegen, bevor man Daten weitergibt oder Geld im Voraus überweist. Um das Bewusstsein für die Gefahren des so genannten E-Commerce zu festigen, will der Staatssekretär Konsumentenbildung in Zukunft zum Schwerpunkt im Schulunterricht machen. Unter dem Motto "Erst denken, dann klicken", werden den österreichischen Lehrern Unterrichtsmaterialien zum Thema "Konsumentenrechte im Internet" zur Verfügung stehen.(APA)

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