GraWe-Ergebnis leidet unter "Hypo-Schadensfall"

20. Juni 2006, 15:54
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Ergebnis vor Steuern sank 2005 um 4,8 Prozent - Versicherungsgeschäft lief im In- und Ausland sehr gut

Graz - Die Grazer Wechselseitige Versicherungs AG (GraWe) hat für ihr Geschäftsjahr 2005 eine gemischte Bilanz vorgelegt. Während das Versicherungsgeschäft sowohl im In- als auch im Ausland gut gelaufen ist und sich entsprechend niederschlug, hat sich der "aus eigener Kraft gelöste Hypo-Alpe-Adria-Schadensfall" - so Generaldirektor Othmar Ederer am Mittwoch - zumindest auf das EGT im Konzern ausgewirkt: Dieses sank von 85,6 Millionen Euro um 4,8 Prozent auf 81,5 Millionen Euro.

Gang an die Börse wie geplant

Zu den Entwicklungen rund um die Hypo-Alpe-Adria-Bank nahm Ederer nur sehr knapp Stellung. Bezüglich einer eventuellen vorzeitigen Rückzahlung der Wandelanleihe, die voriges Jahr von der Kärntner Landesholding begeben wurde, meinte der GraWe-Generaldirektor: "Der Emittent hat das zu entscheiden, nicht wir". Auch bezüglich der Klage der Landesholding gegen die Finanzmarktaufsicht hieß es, man kommentiere dies nicht. An diesem Standpunkt habe sich nichts geändert. Die Hereinnahme neuer Investoren in die HAAB - unter Federführung der HSBC - erfolge deshalb, weil sich die drei Eigentümer - darunter auch die GraWe - geeinigt hätten, kein frisches Kapital zuzuschießen. Am Ziel des Börsengangs im Frühjahr 2008 habe sich nichts geändert, meinte Ederer.

Wie es am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz in Graz hieß, habe man im GraWe-Versicherungsbereich sowohl den Vertragsbestand als auch die Prämien steigern können. Das Prämienwachstum betrug 6,0 Prozent, die Prämien stiegen von 401,7 auf 425,9 Mio. Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) lag mit 34,7 Mio. Euro um gleich 47 Prozent über dem Vorjahresergebnis von 23,6 Mio. Euro. Der Vertragsbestand wurde um 63.069 Abschlüsse auf 1,678.299 gesteigert.

Naturkatastrophen

Die Versicherungsleistungen im direkten Geschäft der Schaden- und Unfallversicherungen erhöhte sich um 0,7 Prozent auf 202,8 Millionen Euro (2004: 201,3). Der durchschnittliche Schadensatz bezogen auf die abgegrenzte Prämie betrug 69 Prozent (2004: 71,8 Prozent. "Die Steigerung der Leistungen ist durch die Überschwemmungen in Westösterreich, Hagelschäden im Osten des Landes sowie Schäden durch die enormen Schneemengen des vergangenen Winters bedingt gewesen", meinte Ederer.

Stolz zeigte man sich auf die "höchste Gewinnbeteiligung in der Lebensversicherung", bei der man mit 4,875 Prozent deutlich mehr zahle als marktüblich. In der Lebensversicherung seien Aufwendungen für Versicherungsfälle inklusive der bezahlten Gewinnanteile von 41,6 auf 56,4 Mio. Euro gestiegen. Die Anzahl der Leistungsfälle ist nach einem Rückgang im Vorjahreszeitraum nun von 5.718 auf 8.326 gestiegen.

Der Betriebsaufwand erhöhte sich leicht um 2,6 Prozent von 105,2 auf 106,3 Millionen Euro. Mit einem Solvabilitätsgrad von 301 Prozent bei vorgeschriebenen 100 Prozent habe man bei der Eigenmittelausstattung "österreichweit und international einen Spitzenwert", sagte Ederer.

Wachstumsschub durch Auslandstöchter

Ein starkes Wachstum konnte auch mit den Auslandstöchtern erzielt werden. Hier werde man mit der Gründung einer Tochter in Mazedonien im Sommer 2006 auf allen ex-jugoslawischen Märkten vertreten sein. Die Auslandstöchter trügen bereits rund 30 Prozent bei den Prämien im Konzern bei - und das, obwohl man jeweils bei Null gestartet sei.

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