Admira kann wieder planen

12. Juli 2006, 14:32
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General Manager Baumgartner will Gros des Kaders für Red Zac-Liga halten - sofortiger Wiederaufstieg "kein unbedingtes Muss"

Maria Enzersdorf/NÖ - T-Mobile-Absteiger Nordea Admira bleibt dem heimischen Profi-Fußball erhalten. Nachdem das Ständige Neutrale Schiedsgericht am Dienstag nach rund sechsstündiger Sitzung befunden hatte, dass den Niederösterreichern für 2006/07 doch die Bundesliga-Lizenz zu erteilen ist, liefen die Planungen für die Red Zac-Liga schon unmittelbar nach dem Erfolg auf dem Grünen Tisch an. "Ich war von dem Urteil nicht überrascht, sondern immer fest davon überzeugt, dass für uns entschieden wird", sagte Admira-Sportchef Hubert Baumgartner.

Die Verhandlung des Einspruchs der Südstädter gegen die Verweigerung einer Spielbewilligung, die in erster (Senat V) und zweiter Instanz (Protest-Komitee) verweigert worden war, sei sehr professionell, neutral und sachlich abgelaufen. "Jedem wurde Gehör geschenkt und wirklich über jedes Detail gesprochen", bemerkte Baumgartner, der General Manager und Head Coach in Personalunion ist. Unmittelbar nach der Urteilsverkündung setzte die Planung für die kommende Saison ein, besprach Baumgartner mit Klubfinanzchef Stef de Jong die nächsten Schritte.

"Ärmel hochkrempeln"

"Nun können wir die Ärmel hochkrempeln, Abschlüsse mit Spielern tätigen. Wir werden versuchen, die stärkst mögliche Mannschaft zusammenzustellen", meinte der Sportchef, der von Admira-Gönner Majid Pishyar mit allen Vollmachten für Vertragsabschlüsse ausgestattet ist. "Freilich segnet unser Präsident aber letztlich alles ab", so Baumgartner. Fakt ist, dass das Budget reduziert wird. Der Ex-Teamkeeper möchte trotzdem versuchen, den Kader im Großen und Ganzen zu halten, die eigenen Spieler haben Priorität.

Bisher haben sich Nenad Bjelica (zum FC Kärnten) sowie Erwin Hoffer und Christian Thonhofer (beide Rapid) verabschiedet. Einige weitere, bisher hoch dotierte Kontrakte laufen ebenfalls aus. "Jeder Spieler wird jetzt ein schriftliches Angebot erhalten, das machbar ist und wir auch einhalten können. Die Qualität im Kader ist vorhanden, das haben wir im Frühjahr bewiesen. Aber wenn einer gehen will, dann werden wir ihm nichts in den Weg legen. Wir wollen in ein, zwei Jahren so stark werden, dass keiner weggehen will", sagte Baumgartner.

Dem Ruf als Talente-Schmiede gerecht werden

Der Kärntner mit Wohnsitz Maria Enzersdorf ist froh, dass mit der Lizenz-Erteilung die Akademie und das Nachwuchs-Zentrum erhalten bleiben. "Wir möchten unserem Ruf, eine der größten Talente-Schmieden des Landes zu sein, gerecht werden. Der Nachwuchs ist unsere Basis. Ohne gutes Fundament funktioniert oben nichts. Die Elf soll von einigen routinierten Österreichern und Ausländern geführt werden, die Legionäre müssten aber im überschaubarem Rahmen bleiben", so der 51-Jährige.

Baumgartner hat vor, neue Strukturen im Verein und noch professionellere Arbeit von der U15- bis zur Kampfmannschaft einzuführen. "Dann wird sich der Erfolg von selbst einstellen". Erstes Ziel für 2006/07 sei es, guten Fußball mit Herz zu bieten. "Der sofortige Wiederaufstieg ist nicht ein unbedingten Muss", bemerkte der der frühere Austrainer, dem mit Ernst Baumeister auch weiterhin ein Ex-Violetter als Trainer zur Seite stehen wird.(APA)

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