Sarkozy setzt nach neuen Ausschreitungen auf härteres Jugendstrafrecht

23. Juni 2006, 11:11
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Frankreichs Innenminister: Wenn sich so viele zur Gewalt hinreißen lassen, liegt dies an Gefühl der Straffreiheit

Gagny - Nach den jüngsten gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Polizei und jungen Vorstadt-Bewohnern in Frankreich hat Innenminister Nicolas Sarkozy die geplante Verschärfung des Jugendstrafrechts verteidigt. "Wenn sich so viele zur Gewalt hinreißen lassen, liegt dies daran, dass sie das Gefühl der Straffreiheit haben", sagte Sarkozy am späten Dienstagabend im Kommissariat der Pariser Vorstadt Gagny.

Viele Wiederholungstäter kämen nach ihrer Festnahme umgehend wieder frei, weil sie noch minderjährig seien. Polizei und Gendarmerie hätten aber "anderes zu tun, als immer dieselben festzunehmen".

Bei den Krawallen in der Pariser Vorstadt Montfermeil in der Nacht auf Dienstag seien mehr als hundert Gewalttäter vermummt und bewaffnet gewesen und hätten damit eindeutig "vorsätzlich" gehandelt, sagte Sarkozy. Vergangene Woche hatte die konservative Regierung in Paris eine Verschärfung des Jugendstrafrechts angekündigt. Justizminister Pascal Clement hatte betont, am Grundsatz der Strafmündigkeit mit 18 Jahren werde nicht gerüttelt. Das Jugendstrafrecht solle weiter gelten; geplant seien aber Schnellverfahren, bei denen Jugendliche Jugendrichtern unmittelbar vorgeführt werden. (APA/AFP)

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