Bachelet entlässt Polizeichef

8. Juni 2006, 13:28
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Präsidentin zieht Konsequenzen aus brutalem Einsatz der Sicherheitskräfte gegen protestierende Schüler

Santiago - Am zweiten Tag in Folge ist es der chilenischen Hauptstadt Santiago zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Schülern und Sicherheitskräften gekommen. Die Demonstrationen eskalierten am Mittwoch, als vermummte Personen Steine auf die Polizisten warfen und Autos demolierten. Die Sicherheitskräfte setzten daraufhin Wasserwerfer ein.

Am Dienstag hatten Bilder der gewaltsamen Unterdrückung der Proteste und von verprügelten Reportern das Land erschüttert. Die sozialdemokratische Präsidentin Michelle Bachelet entließdaraufhin den Kommandanten der Bereitschaftspolizei von Santiago.

Schulreform

Mit ihren landesweiten Boykottaktionen und Demonstranten wollen die Gymnasiasten eine Schulreform erzwingen. Sie verlangen eine umfassende Reform des Gesetzes aus dem Jahr 1990, das der damalige Diktator Augusto Pinochet einen Tag vor dem Ausscheiden aus dem Amt in Kraft setzte.

Unter anderem fordern sie die Zuständigkeit der Bundesregierung für das Schulwesen, für das derzeit noch die Kommunen zuständig sind. Dieses bisherige System führt nach Ansicht von Kritikern zu einer Ungleichheit im Bildungswesen, je nachdem ob die jeweiligen Kommunen für die Schulen Geld haben oder nicht.

Neben einer Besserstellung der staatlichen Schulen im Vergleich zu den in Chile zahlreichen und teuren Privatschulen fordern die Schüler an weiterführenden Schulen eine kostenlose Nutzung des öffentlichen Verkehrs und für alle zugängliche Hochschulzugangstests. Die Proteste begannen vor zehn Tagen und haben inzwischen auf fast alle Landesteile übergegriffen. (APA/AP)

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