Uniqa steigert Prämien und Ergebnis

20. Juni 2006, 15:54
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Überproportionales Wachstum im Osten - Für Gesamtjahr 20 Prozent höheres EGT bei 228 Mio. Euro erwartet

Wien - Die börsenotierte UNIQA-Versicherungsgruppe hat im ersten Quartal 2006 die vollkonsolidierten abgegrenzten Prämien um 10 Prozent auf 1.195,6 Mio. Euro gesteigert, darin inkludiert sind die Sparanteile der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherungsprodukte von 102,1 Mio. Euro (+65,9 Prozent). Die österreichischen Konzerngesellschaften trugen mit 812,7 Mio. Euro 68,0 Prozent zum Prämienvolumen bei, teilte die UNIQA am Mittwoch ad-hoc mit.

Das Ergebnis nach Steuern liegt mit 37,8 Mio. Euro um 21,9 Prozent über dem Wert der Vorjahresperiode. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) stieg um 8,1 Prozent auf 45,0 Mio. Euro, dazu trugen die Unternehmen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa mit 14,7 Mio. Euro (+24,0 Prozent) bereits 32,7 Prozent bei. Beim Prämienvolumen wuchsen die Gesellschaften außerhalb Österreichs überproportional um 33,8 Prozent auf 382,9 Mio. Euro, damit stieg ihr Anteil an den Gesamtprämien der Gruppe auf 32 Prozent.

In der Schaden- und Unfallversicherung stiegen die abgegrenzten Prämien in den ersten drei Monaten um 7,6 Prozent auf 426,2 Mio. Euro, davon entfallen 253,8 Mio. Euro (59,5 Prozent) auf Österreich und 172,4 Mio. (40,5 Prozent) auf das Auslandsgeschäft. In der Lebensversicherung stiegen die abgegrenzten Prämien (inklusive Sparanteil aus fonds- und indexgebundenen Produkten) von 501,1 auf 546,5 Mio. Euro (+9,1 Prozent).

Außerhalb Österreichs

Die abgegrenzten Prämien aus der Krankenversicherung stiegen auf Konzernebene um 17,5 Prozent auf 222,8 Mio. Euro. Außerhalb Österreichs konnten die Prämien aus der Krankenversicherung - auch durch die Vollkonsolidierung der Mannheimer Krankenversicherung - um 165,5 Prozent auf 47,0 Mio. Euro gesteigert werden.

Der gesamte Schaden- und Leistungsaufwand der UNIQA-Gruppe einschließlich der Veränderung der Deckungsrückstellung erhöhte sich im 1. Quartal 2006 im Zuge der Erweiterung des Konsolidierungskreises und infolge des strengen Winters um 10,2 Prozent auf 1.063,9 Mio. Euro.

Die Summe der Kapitalanlagen des UNIQA-Konzerns habe sich zum Ende des 1. Quartals auf 19.689,2 Mio. Euro gesteigert. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2005 entspreche das einer Steigerung um 11,3 Prozent. Die Nettoerträge aus den Kapitalanlagen erhöhten sich im Berichtszeitraum um 32,0 Prozent auf 274,4 Mio. Euro.

Die Gesamtaufwendungen für den Versicherungsbetrieb erhöhten sich um 12,1 Prozent auf 256,2 Mio. Euro. Die Kostenquote liegt trotz azyklischer Investitionen im IT-Bereich im ersten Quartal 2006 mit 21,4 Prozent nur gering über dem Wert der Vorjahresperiode (21,0 Prozent).

Für das laufende Geschäftsjahr 2006 erwartet die Versicherung dank "weiterhin konsequent durchgeführter Ertragssteigerungsprogramme" ein um rund 20 Prozent höheres Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von rund 228 Mio. Euro.

Expansion und Stabilisierung

Für die UNIQA-Gruppe ist neben der Expansion auch die Stabilisierung und Integration wichtig, erklärte Generaldirektor Konstantin Klien am Mittwoch. Die Expansionsziele für 2005 und 2006 seien im Wesentlichen erfüllt, man habe für mögliche Akquisitionen aber immer ein "offenes Auge". Wichtig sei für die Versicherung auch das Integrationsthema - "gekauft ist schnell", sagte Klien.

Die UNIQA-Gruppe sei mit der Integration sehr weit, diese werde aber weiterhin ein Fokus für die nächsten Jahre sein. Das Engagement in Westeuropa, vor allem in Süddeutschland und Norditalien, diene der Ergebnisstabilisierung. Die Märkte wachsen zwar nicht so schnell wie jene in Zentral- und Osteuropa (CEE), allerdings seien in Westeuropa auch die Ergebnisschwankungen nicht so stark ausgeprägt. Die Tochtergesellschaften im Westen würden einen Ausgleich bieten, wenn einer der CEE-Märkte ausfalle. Von Bedeutung ist für den UNIQA-Konzern die Diversifizierung. So liege der Prämien-Anteil des Auslandsgeschäfts in der Sparte Schaden/Unfall bei 40 Prozent, in Leben seien es 30 Prozent und auf die Krankenversicherung entfallen 21 Prozent der UNIQA-Prämien.

Ziele

Ziel der UNIQA in CEE sei in den Ländern, in denen sie vertreten ist, ein Marktanteil zwischen 5 und 7 Prozent im Nicht-Leben-Geschäft. Dies sei wichtig für die langfristige Stabilität, denn auch in den Ostmärkten werden Schwankungen kommen, erwartet Klien. Die UNIQA strebe nachhaltige Profitabilität an. Die Bandbreite für den Return on Equity (RoE) in der Gruppe liege bei 15 bis 20 Prozent brutto.

Blicke auf Russland

Zu einem möglichen Einstieg in Russland erklärte Klien, man beobachte den Markt. Es gebe im Moment aber keine konkreten Aktivitäten. UNIQA-Strategie sei der Erwerb von Mehrheiten und bei Minderheitsanteilen an russischen Gesellschaften könnte es sehr lange dauern, bis sie zu Mehrheiten würden. So lange der Erwerb von 50 Prozent und einer Aktie nicht möglich sei, gelte für die UNIQA große Vorsicht am russischen Markt. Wenn das Thema möglich sei, habe die UNIQA, die derzeit in 16 Ländern mit zusammen mehr als 300 Millionen Menschen vertreten ist, gute Möglichkeiten im Rahmen ihrer preferred partnership mit der Raiffeisen-Banken-Gruppe.

Am österreichischen Markt habe sich die Wettbewerbssituation in den vergangenen eineinhalb Jahren verschärft. Am deutlichsten zeige sich dies in der Autoversicherung, der schärfere Wettbewerb sei aber auch in anderen Bereichen spürbar. Auf der Schadenseite war der bisherige Jahresverlauf vor allem von den Schneedruckschäden aber auch durch die Überschwemmungen geprägt. Die Nettowirkung der Schneedruck-Schäden sei für die Versicherungswirtschaft in Österreich stärker als das Hochwasser des Vorjahres, so Klien, der auch Präsident des österreichischen Versicherungsverbandes ist.

Die UNIQA-Aktie notierte nach Bekanntgabe der Zahlen zum ersten Quartal stabil. Der Kurs lag am Mittwoch gegen 12.30 mit 25,62 Euro um 0,04 Prozent unter dem Vortagesschluss. (APA)

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