Die Welt im Zeichen des Nichtraucher-Tages

31. Mai 2006, 08:26
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Auch am heutigen Welt-Nichtraucher-Tag wird heftig über das generelle Rauchverbot in Bars und Gasthäusern diskutiert. Derzeit greifen 2,3 Millionen Österreicherinnen und Österreicher zur Zigarette - das ist jeder vierte Staatsbürger. Eine jüngst veröffentlichte Studie beweist nun, dass Passivrauchen genauso gefährlich ist wie aktives Rauchen.

Weltweit vier Millionen Tote

Infolge des Nikotinkonsums sterben weltweit nicht weniger als vier Millionen Menschen. In Österreich sind es 14.000 jährlich. Davon wiederum gute geschätzte 1.000 Passivraucher. Todesursache Nummer eins ist der Lungenkrebs, Herzinfarkt und Schlaganfälle. Das Risiko auf Lungenkrebs steigt bei Menschen, die den blauen Qualm ungewollt einatmen um geschätzte 20 bis 30 Prozent.

Oberste Priorität: Jugendliche vom Rauchen abhalten

Bereits 46,9 Prozent der 2,3 Millionen Raucher in Österreich sind Frauen. Hingegen greifen immer noch 48,1 Prozent aller Männer zur `Tschick`. Alarmierend die immer höher ansteigende Zahl der jugendlichen Raucher. So sind bereits 13 Prozent aller Raucher 13 Jahre und jünger. Was kann nun dagegen getan werden? Ein erster guter Schritt wurde mit der Einführung eines Mindestpreises von 3,25 Euro pro Packung seit 15. Mai getan. Außerdem wird eine weitere Erhöhung der Tabaksteuer gefordert.

Der Finanzminister als großer Gewinner

In Österreich beträgt die Tabaksteuer 43 Prozent. Somit ist klar, warum sich der Staat, insbesondere das Finanzministerium gegen das generelle Rauchverbot ausspricht. Wurden im letzten Jahr immerhin fast 1,4 Milliarden Euro an Steuern eingenommen. Demgegenüber stehen allerdings jährliche Ausgaben für die gesundheitliche Versorgung der Raucher in Höhe von 100 Milliarden europaweit.

Und ein weiterer Gewinner ist auszumachen: die Pharmaindustrie. Aber nicht nur sie, sondern auch zahlreiche Autoren und Buchverlage machen es sich zunutze, dass über die Hälfte (1,3 Mrd.) aller Raucher in Österreich damit aufhören will.

Rauchverbot an öffentlichen Plätzen kein Neuland

Während in Österreich zum Beispiel seit Februar an allen Bahnhöfen absolutes Rauchverbot herrscht, dürfen etwa die Italiener oder die Iren auch in Lokalen nicht mehr rauchen. Die Diskussion in Österreich um das generelle Rauchverbot ist also nichts Neues. Vielmehr folgen die Österreicher mit ihrer Forderung einem europaweiten Trend. In immer mehr EU-Staaten wird das absolute Verbot diskutiert oder ist bereits erfolgreich umgesetzt worden.

Gegen den Welt-Nichtraucher-Tag

Wussten Sie, dass Otto von Habsburg raucht? Nein? Es stimmt aber wirklich. Allerdings nur ein einziges Mal im Jahr. Und zwar ausgerechnet am 31. Mai – dem Welt-Nichtraucher-Tag. Aus Protest, dass so ein Tag überhaupt notwendig ist. (pm.)

  • ausgelöschte zigaretteSoll rauchen an öffentlichen Plätzen und in Lokalen verboten werden?
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    ausgelöschte zigarette

    Soll rauchen an öffentlichen Plätzen und in Lokalen verboten werden?

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