Russlands Homosexuelle wollen trotz Gewalt wieder demonstrieren

31. Mai 2006, 18:00
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Am Samstag waren mehrere Schwule und Lesben bei einer Kundgebung von Rechtsextremen und Polizisten verletzt worden

Moskau - Russlands Homosexuellen-Verbände wollen ungeachtet der jüngsten Gewalt von Rechtsextremisten und Polizei weiter in der Öffentlichkeit für den Schutz ihrer Rechte demonstrieren. "Auch im nächsten Jahr werden die Schwulen und Lesben am 27. Mai in Moskau wieder Regenbogenfahnen als Symbol der Homosexuellen-Bewegung tragen", kündigte der Organisator Nikolaj Alexejew am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax an.

HOSI-Generalsekretär verletzt

Am vergangenen Samstag war es im Zentrum von Moskau am Rande der nicht genehmigten Kundgebung zu Ausschreitungen gekommen, bei denen der Bundestagsabgeordnete Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen) niedergeschlagen wurde. Der Generalsekretär der Homosexuelleninitiative Wien (HOSI), Kurt Krickler, wurde ebenfalls verletzt.

Der 27. Mai sei für die Schwulen in Russland ein wichtiges Datum, sagte Alexejew. An diesem Tag war 1993 das aus Sowjetzeiten stammende Verbot der gleichgeschlechtlichen Liebe unter Männern aufgehoben worden. Bis heute herrscht in Teilen der russischen Gesellschaft eine zur Gewalt neigende Ablehnung von Homosexuellen. Auch Außenminister Sergej Lawrow hatte Verständnis für das brutale Vorgehen der Polizei geäußert und den Homosexuellen die Schuld für die Eskalation in Moskau gegeben. (APA/dpa)

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    foto: standard/fischer
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