Einfaches Verfahren zur Uran-Entfernung aus Trinkwasser

4. Juni 2006, 11:00
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Austauschharz senkt Gehalt auf Null - und die Betriebskosten des Verfahrens sind ausgesprochen niedrig

Nürnberg/Augsburg - Mit einem neuartigen Verfahren lässt sich nach Erkenntnissen der bayerischen Umweltbehörden künftig Uran effektiv und kostengünstig aus Trinkwasser entfernen. Nach einer Testphase im Wasserwerk Burgkunstadt/Oberfranken sei ein Aufbereitungsverfahren entwickelt worden, bei dem ein Austauscherharz den Urangehalt im Wasser auf Null senke, teilte das Landesamt für Umwelt am Dienstag mit. Bisher hatte es nach Angaben der Behörde an einem geeigneten Verfahren gefehlt.

Während des einjährigen Tests habe sich gezeigt, dass handelsübliches Austauscherharz das Uran vollständig dem Trinkwasser entziehe, ohne seine chemische Zusammensetzung zu verändern. Dazu reiche ein einminütiger Kontakt des Uran-belasteten Wassers mit dem Harz in einem Edelstahldruckbehälter aus. Die Betriebskosten für das Verfahren beliefen sich auf wenige Cent pro Kubikmeter Wasser. Das Austauscherharz werde später je nach Belastung auf einer abgedichteten Deponie entsorgt.

Nach Erkenntnissen der Umweltbehörde ist das Trinkwasser mehrerer nordbayerischer Regionen mit Uran belastet, was insbesondere zu Nierenschädigungen führen kann. In den betroffenen Gemeinden wird derzeit durch die Vermischung mit unbelastetem Wasser oder durch die Stilllegung uranbelasteter Brunnen verhindert, dass Trinkwasser mit mehr als 20 Mikrogramm Uran an die Verbraucher abgegeben wird. Ursache für die Belastung seien bestimmte Gesteine, aus denen natürlich vorhandenes Uran durch das Wasser gelöst werde. (APA/dpa)

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