Euro-Bus auf Österreich-Tournee

30. Mai 2006, 21:43
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Nicht nur Bon Jovi, Santana, Christina Stürmer und viele andere Stars und Sternchen geben derzeit Österreich die Ehre. Nein, auch der Euro-Bus der Österreichischen Nationalbank (OeNB) tourt das fünfte Jahr infolge durch das Land. Am 5. Mai fand die erfolgreiche Auftaktveranstaltung in Wien statt, und seit heute macht der Bus bis Samstag an fünf verschiedenen Orten im Bundesland Salzburg Halt.

10,6 Mrd. Schilling noch im Umlauf

Es ist kaum vorstellbar, aber über vier Jahre nach der Einführung des Euro sind weltweit immer noch 10,6 Milliarden Schilling – das sind umgerechnet ungefähr 7,7 Millionen Euro – im Umlauf. „Es ist aber wahrscheinlich, dass einiges im Krieg im ehemaligen Jugoslawien vernichtet worden ist.“, vermutet Claudia Fuchs, Leiterin der OeNB in Salzburg. Auch andere Gründe wären denkbar. „Vieles ist wahrscheinlich vergraben worden, verbrannt, einfach verloren gegangen.“ Auch einen erheblichen Teil werden sich Sammler behalten. Ein wenig Nostalgie im Hause, sozusagen. „Ich nehme nicht an, dass alles zurück kommt. Es gibt sicher viele Sammler, die sich die ein oder andere Münze behalten wollen.“, so Claudia Fuchs.

Schilling-Euro-Umtausch spesenfrei und unbegrenzt

In dem in Europablau gehaltenen Bus gibt es allerdings nicht nur die Möglichkeit, sich über die verschiedenen Sicherheitsmerkmale der neuen Währung zu informieren. Auch der Umtausch von Schilling in Euro, in welcher Höhe auch immer, ist spesenfrei möglich. Die letzte Serie kann unbegrenzt eingetauscht werden. „Wenn jemand noch Schilling-Münzen oder –Scheine behalten will und in dreißig Jahren drauf kommt, dass er doch lieber den Gegenwert haben möchte, ist der Umtausch bei uns auch dann noch ohne Probleme möglich.“, erklärt Claudia Fuchs.

Alte Scheine nur mehr bis November umtauschbar

Vorsicht ist allerdings bei den ganz alten Schilling-Münzen und Scheinen aus dem Jahr 1969 geboten. Haben sie ihre Zahlungskraft schon 1986 verloren, können diese nur mehr bis spätestens 28. November 2006 in allen Niederlassungen der OeNB und natürlich im Euro-Bus umgetauscht werden. Alte Hunderter mit dem Konterfei von Angelika Kaufmann also unbedingt umtauschen, bevor sie ihren Wert verlieren.

Auf diesen Scheinen können Sie bauen...

Haben Sie sich nie die Frage gestellt, was eigentlich mit den alten Schilling-Banknoten passiert? Doch? Sie werden überrascht sein: Die Scheine werden zerkleinert, entwertet und zur Verarbeitung nach Kärnten gebracht. Dort wird das mittlerweile wertlose Papier zu Pallets verarbeitet. „Diese Pallets sind eine hervorragende Wärme- und Trittschall-Dämmung für Fußböden und Decken.“ Dadurch dass das Papier der Banknoten zu 85 Prozent aus Baumwolle besteht, eignet es sich ganz besonders zum Abdichten. Außerdem ist eine Verbrennung, es wären immerhin Temperaturen von 1.800 Grad nötig, nicht wirtschaftlich. Dasselbe Schicksal widerfährt übrigens auch den als unbrauchbar aussortierten Euro-Banknoten. Alte Münzen werden eingeschmolzen und entweder zu neuen Euros verarbeitet oder als Altmetall verwendet.

Missbrauch von Schilling-Münzen

„Es hat auch eine Zeit gegeben, da hat man die Zehn-Groschen-Stücke in der Mitte angebohrt und als Beilagscheiben verwendet.“ Des Rätsels Lösung: Zu dieser Zeit waren richtige Beilagscheiben viel teurer als die Zehn-Groschen-Münzen. (pm.)

Nähere Informationen zum Euro, zur OeNB und den Tourdaten gibt es online: www.oenb.at

  • bus_neuSchlange stehen vor dem Euro-Bus am Mirabellplatz.
    oenb_authorisiert

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    Schlange stehen vor dem Euro-Bus am Mirabellplatz.

  • HUNDERTERALT_VSLetzter Tag zum Umtauschen: 28. November 2006
    oenb_authorisiert

    HUNDERTERALT_VS

    Letzter Tag zum Umtauschen: 28. November 2006

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