4. Juni 2006, 07:21
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20 Monate nach der Gründung erscheint die Tageszeitung "News" an diesem Mittwoch in Frankfurt zum letzten Mal. Von Herbst an soll das Blatt im kleinen Tabloid-Format mit neuem Konzept in Berlin starten, wie die zum Holtzbrinck-Konzern gehörende Verlagsgruppe Handelsblatt am Dienstag in Düsseldorf mitteilte.

Künftig soll das Blatt "Business News" heißen

Berichte, wonach das 50-Cent-Blatt künftig "Business News" heißen werde, wollte Verlagssprecher Christian Ickstadt nicht kommentieren. Chefredakteur in Berlin bleibe Klaus Madzia (39). Ein Großteil der rund 40 Redakteure und freien Mitarbeiter werde mit nach Berlin gehen.

Mit "News" wollte Holtzbrinck in der Finanzmetropole speziell die kaufkräftige "iPod-Generation" für den Zeitungsmarkt gewinnen. Dazu werden junge und gut ausgebildete Menschen zwischen 20 und 39 Jahren gezählt, die sich hauptsächlich über das Internet und die elektronischen Medien informieren.

Neben den klassischen Themen Politik und Wirtschaft setzte das im Boulevardstil gemachte Blatt vor allem auf die Schwerpunkte Wissen und Lifestyle. Dabei bediente sich "News" auch der Ressourcen der verlagseigenen Zeitungen "Handelsblatt" und "Tagesspiegel" (Berlin). Die verkaufte Auflage von "News" lag laut Verlag bei 7.500 Exemplaren, die Druckauflage bei etwa 20.000.

"Wertvolle Erkenntnisse"

Der Frankfurter Testlauf habe "wertvolle Erkenntnisse" gebracht, wie sich "neue journalistische Darstellungsformen" in einem wichtigen Ballungsraum umsetzen ließen, hieß es. "Es ist für uns immer ein Versuchslabor gewesen", sagte Ickstadt zur "News". Details über das neue Konzept und den Starttermin in Berlin wollte er nicht nennen. Die "Welt am Sonntag" hatte berichtet, dass das Blatt von Berlin aus auch bundesweit in Ballungsgebieten vertrieben werden soll.

Frankfurt gilt als einer der härtesten Zeitungsmärkte in Deutschland. Neben den beiden überregionalen Blättern "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und "Frankfurter Rundschau" und der regional orientierten "Frankfurter Neuen Presse" erscheinen in der Mainmetropole auch noch die Lokalausgabe von "Bild" sowie "Welt kompakt". Gerade mit dem ebenfalls 50 Cent teuren Ableger der "Welt" kämpfte "News" um eine ähnliche Zielgruppe. (APA)

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