Passivrauchen - nein danke!

22. Jänner 2007, 16:45
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Pro Tag sterben bis zu drei Österreicher an Folgen des Passivrauchens - Eine Broschüre informiert jetzt über die Rechte der Nichtraucher

Wien - Täglich sterben zwei bis drei Österreicher an den Folgen von Passivrauchen, warnte Facharzt Reinhard Kürsten anlässlich des Weltnichtrauchertags. Gemeinsam mit der Österreichischen Krebshilfe hat der Arzt ein Broschüre initiiert, die über gesetzlichen Nichtraucherschutz und gesundheitliche Folgen von Passivrauchen informiert. Unterstützt wird das Projekt von Schauspielerin Christiane Hörbiger.

Passivrauchen

Passivrauchen tötet in der EU pro Jahr 80.000 Menschen, in Österreich sind es etwa 1.000. 300 davon sind Nichtraucher, wie in einer europäischen Studie errechnet wurde. Todesursache Nummer eins dabei seien Herzinfarkte, gefolgt von Schlaganfällen.

Schutz durch Rauchverbot

Pro Jahr sterben etwa sieben Angestellte in Gastronomie-Betrieben an Folgen von Passivrauchen, so Kürsten. Während in anderen öffentlichen und geschlossenen Räumen Maßnahmen zum Schutz von Nichtrauchern getroffen würden, sei diese Berufsgruppe "diskriminierend" davon ausgeschlossen. Auch Lüftungsanlagen könnten das Problem nicht lösen, da giftige Gase im Raum zurückblieben, meinte Kürsten. Schutz für die Gastronomie-Angestellten biete ein generelles Rauchverbot.

Über 60 krebserregende Substanzen

Zigarettenrauch enthalte über 60 Krebs erregende Substanzen, erklärte der Arzt. Diese Stoffe gelangen sowohl durch den ausgeatmeten Qualm der Raucher als auch durch das bloße Verbrennen des Tabaks in die Atemluft. Die glimmende Zigarette verursacht dabei 85 Prozent der Schadstoffe, so der Experte. Die Konzentration der giftigen Substanzen darin sei - verglichen mit ausgeatmetem Rauch - bis zu hundertfach höher.

Akute und chronische Folgen

Passivrauchen verursacht Augenbrennen und -tränen, Schwellungen und Rötungen der Schleimhäute und vermehrte Infektanfälligkeit. Neben Reizungen des Atemtraktes können Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, Atemlosigkeit und Müdigkeit auftreten. Die Lunge ist vom Passivrauch besonders betroffen. Die Einwirkung des unfreiwillig eingeatmeten Tabakrauchs kann die Lungenfunktion von Nichtrauchern selbst bei mäßiger körperlicher Belastung um bis zu 8 Prozent einschränken.

Erhöhtes Lungenkrebsrisiko

Das Risiko für die Entstehung von Lungenkrebs steigt für Passivraucher um 20 bis 30 Prozent. Aus der Lunge werden toxische Stoffe des Tabakrauchs in den Blutkreislauf aufgenommenen. Diese schädigen die Gefäßwände, führen zu deren Verdickung, verschlechtern die Zusammensetzung der Blutfette und beschleunigen die Verklumpung der Blutplättchen. Diese Veränderungen können bei chronischer Belastung zu Arteriosklerose, Angina Pectoris, koronare Herzerkrankungen und Schlaganfällen sowie zu Herzinfarkten führen.

Christiane Hörbiger: Rauchfreie Lokale

Sie habe einen Ehemann durch die Folgen des Rauchens verloren und früher auch selbst geraucht, berichtete Christiane Hörbiger. Eine Aufforderung von Kollegin Elfriede Ott und beginnende Schmerzen hätten sie schließlich zum Aufhören bewogen. "Ich bin heute eine glückliche Nichtraucherin", sagte die Schauspielerin. "Ich bekomme allerdings Aggressionen gegen Lokale, wo geraucht wird." Es gebe keine rauchfreien Lokale, in die sie mit ihrem Enkelkind gehen könne.(APA)

Link

Passivrauchen

Broschüre

der österreichischen Krebshilfe

Siehe

Fagerström-Test
Nikotinabhängigkeit

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