EVN: Helaba - Zahlen besser als erwartet, Übernahmefantasie schwindet

8. Juni 2006, 14:47
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Wien - Die Analysten der deutschen Helaba Trust haben ihre Anlageempfehlung "halten" für die Aktien der heimischen EVN bestätigt. Die am Dienstag vorgelegten Ergebnisse für das erste Halbjahr 2005/06 des Versorgers seien leicht über den Erwartungen ausgefallen, heißt es in einem Kommentar von Helaba Trust.

Positiv wertet das Institut den EVN-Ausblick: Die erwartete robuste Strom-Nachfrage auf dem Heimmarkt sowie die anziehende Nachfrage in Bulgarien, wo die EVN mit Töchtern vertreten ist, dürften die Belastungen in der Stromverteilungssparte durch fortschreitende Regulierung und im Gasgeschäft durch höhere Gasbezugspreise mehr als ausgleichen, schreiben die Helaba Trust-Analysten.

Geschwunden sei hingegen nach dem gescheiterten Zusammenschluss von OMV und Verbund die Übernahmefantasie für die EVN-Aktie. Für die OMV-Verbund-Fusion wäre eine Änderung des Verfassungsgesetztes nötig gewesen, demzufolge die Republik Österreich eine Mehrheit an heimischen Versorgen halten muss. Nachdem sich für eine entsprechende Gesetzänderung keine politische Mehrheit fand, haben sich nun auch für die EVN mögliche Übernahmeszenarien zerschlagen, schreiben die Helaba-Trust-Analysten.

Zwar zeige die deutsche Energie-Baden-Württemberg (EnBW), die bereit rund 30 Prozent an der EVN hält, weiter großes Interesse an den Niederösterreichern. Solange sich an der gesetzlich verankerten öffentlichen Mehrheit an Versorgern nichts ändert, dürfte der EnBW aber weiter die Mehrheit an der EVN verwehrt bleiben, so HelabaTrust.

An der Wiener Börse haben die EVN-Aktien nach der Veröffentlichung der Halbjahres-Zahlen stark nachgegeben. Bis gegen 13:15 Uhr fielen EVN in einem insgesamt sehr schwachen Markt um 3,43 Prozent auf 78,80 Euro. (APA)

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