Entwicklungsland Österreich?

22. Jänner 2007, 16:45
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EUweit wird die Forderung nach rauchfreien Plätzen immer größer, nur nicht in Österreich, da startet ein Rauchertelefon

Wien - "Österreich diskutiert - andere Länder handeln" - Dies stellte nicht nur die Österreichische Schutzgemeinschaft für Nichtraucher fest. Auch die Österreichische Ärztekammer wünscht sich aus Gesundheitsgründen das Rauchverbot in Lokalen. Doch die Gesundheitsministerin winkt ab. "Rauchfreie Zonen gibt es ja schon". Und die Steirische Pendlerinitiative hofft auf unverqualmte Züge von Seiten der ÖBB, wo rund ein Drittel der Schnellzugabteile noch immer für Raucher reserviert sind.

EU denkt rauchfrei

Was in Österreich noch nach "einigen Nichtraucherstimmen" klingt ist im europäischen Umfeld nachweislich Mehrheitswille: 80 Prozent der Europäer wollen ein Rauchverbot an öffentlichen Plätzen und die Zahl der Qualmer geht in der EU zurück. Die Zustimmung zum Zigarettenstopp in Restaurants ist in Österreich aber relativ gering.

Klares "Nein" am Arbeitsplatz

Besonders hoch ist die Ablehnung der Europäer zum Rauchen am Arbeitsplatz. 87 Prozent der Befragten treten für eine Verbot im Büro ein. 84 Prozent wollen Tabak auch von anderen öffentlichen Plätzen wie U-Bahnen, Flughäfen und Geschäften verbannen. Für eine Rauchverbot in Restaurants treten 77 Prozent der Europäer ein, 62 Prozent wollen ähnliche Maßnahmen auch in Bars und Cafes sehen.

Verbot mit hoher Akzeptanz

Wie aus der Befragung weiter hervorgeht, wird ein generelles Qualmverbot in Restaurants vor allem in Ländern gutgeheißen, in denen derartige Bestimmungen schon in Kraft sind oder gesetzlich vorbereitet werden. So begrüßen 93 Prozent der Iren und 91 Prozent der Italiener den Zigarettenbann in heimischen Lokalen.

Österreich - rauchfreies Entwicklungsland

In Österreich hingegen beführworten nur 61 Prozent das Rauchverbot in Lokalen. Damit liegen wir im Vergleich zu anderen EU-Staaten an vorletzter Stelle. Nur in Tschechien sprechen sich mit 49 Prozent noch weniger Menschen für eine solche Einschränkung aus.

Der Wiener Dunst

Die Wiener Gebietskrankenkasse wies darauf hin, dass Wien "das verqualmteste Bundesland Österreichs" sei: 35 Prozent der Bevölkerung rauchen, das sind rund 560.000 Personen, die auf den blauen Dunst nicht verzichten können. 70.000 Menschen würden gerne mit dem Qualmen aufhören, 200.000 zumindest den Zigarettenkonsum einschränken.

Nicht verbieten, sondern telefonieren

Ein neues "Rauchertelefon" soll helfen. Das Projekt der Wiener und Niederösterreichischen Gebietskrnakenkasse mit dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger bietet österreichweiten "Rat auf Draht": Zum Ortstarif stehen GesundheitspsychologInnen unter der Nummer 0810 810 013 Entwöhnungswilligen von Montag bis Freitag von 15 Uhr bis 18 Uhr am Telefon zu Verfügung.(red/APA)

Link

Raucher­entwöhnung online

Rauchertelefon

Siehe

Fagerström-Test
Nikotinabhängigkeit

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