Börsedebüt zehn Prozent über Ausgabepreis

21. Juli 2006, 08:46
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Die Aktie der Österreichischen Post ist an ihrem ersten Börsentag mit deutlichen Gewinnen in den Handel gestartet

Wien - Der erste Kurs der Post-Aktie knapp vor 9:30 Uhr bei 20,90 Euro und damit um genau 10 Prozent über dem Ausgabepreis von 19,00 Euro.

Angesichts der guten Nachfrage hatten Aktienhändler bereits vorbörslich Gewinne erwartet. Das Angebotsvolumen von etwa 600 Mio. Euro (exklusive Mehrzuteilungsoption) sei siebenfach überzeichnet gewesen. Im Fall eines schwachen internationalen Umfelds könnte das Papier zwar von seinen Tageshochs zurück kommen, ein Plus gegenüber dem Ausgabepreis dürfte aber bis Handelsschluss auf jeden Fall verteidigt werden, hieß es am Markt.

Die sowohl in Österreich als auch international sehr starke Nachfrage habe zu einer rund achtfachen Zeichnung des Angebotsvolumens von 31,5 Mio. Aktien (exklusive Mehrzuteilungsoption) geführt. Im Falle der vollen Ausübung des Greenshoe von 2,8 Mio. Aktien würden insgesamt 34,3 Mio. Aktien oder 49 Prozent am Grundkapital veräußert, schreibt die Post AG. Die Marktkapitalisierung beträgt damit zum Angebotspreis 1,33 Mrd. Euro. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf der Aktien fließt der ÖIAG zu.

Frühe Käufer bevorzugt - Viele Mitarbeiter beteiligt

Wegen der großen Nachfrage nach den ersten österreichischen Post-Aktien kommt es wie erwartet zu Kürzungen bei der Aktien-Ausgabe. Wer sich zeitig genug zur Zeichnung von Post-Anteilen entschloss, wird bei der Zuteilung der stark überzeichneten Aktien bevorzugt.

Heimische Privatanleger, die ihren Zeichnungsauftrag bei der Erste Bank, einer heimischen Sparkasse, einer Raiffeisenbank, der Bawag P.S.K. (einschließlich Post-Filialen) sowie brokerjet innerhalb der - am 23. Mai 2006 vorzeitig geschlossenen - bevorzugten Zeichnungsfrist erteilt haben, erhalten eine Zuteilung von 50 Prozent bis zu einer Ordergröße von 400 Aktien, darüber hinaus werden 20 Prozent zugeteilt. Dies teilten Post und ÖIAG am Dienstagnachmittag weiter mit.

Rege Belegschaftsbeteiligung

Stark angenommen wird auch die Belegschafts-Beteiligungs-Aktion; Insgesamt 13.361 Post-Mitarbeiter haben am Mitarbeiterbeteiligungsprogramm teilgenommen. Dies entspricht nach heutiger Mitteilung 51,4 Prozent der berechtigten Personen. An sie werden in Summe 1.697.145 Aktien zugeteilt. Dadurch werden insgesamt 5,4 Prozent des Angebotsvolumens (exklusive Mehrzuteilungsoption) an Mitarbeiter zugeteilt.

Die Aktien der Österreichischen Post werden ab Mittwoch, 31. Mai 2006 im Prime Market Segment der Wiener Börse gehandelt werden. Valutatag ist der 2. Juni 2006.

Als Joint Bookrunners und Joint Lead Managers des institutionellen Syndikats für die Post-Börseeinführung fungierten die Erste Bank und Goldman Sachs, als solche des Retail Syndikats die Raiffeisen Centrobank und die Erste Bank. Im Syndikat vertreten waren zudem die Deutsche Bank sowie die BAWAG P.S.K.

Management fühlt sich bestätigt

Post-Chef Anton Wais fühlt sich durch das rege Investoreninteresse im Unternehmenskurs der vergangenen Jahre bestätigt. Die Gesamtnachfrage habe mehr als 4,8 Mrd. Euro erreicht, dies "bestätigt eindrucksvoll die strategische Ausrichtung der Österreichischen Post", erklärt Wais in einer Aussendung am Dienstag. Die hohe Beteiligung der Mitarbeiter sei ebenfalls ein Vertrauensbeweis.

"Die enorme Nachfrage bestätigt die Attraktivität der Aktie und die hervorragende Positionierung der Österreichischen Post", erklärte auch ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis. Das starke Interesse der österreichischen Anleger sei "besonders erfreulich". Ein Drittel des Angebots wurde in Österreich platziert.

VP-Amon: "Mustergültiger" Börsegang

ÖVP-Abgeordneter Werner Amon sagte gestern Dienstag, der Börsegang der Post habe sich als "mustergültig" erwiesen. "Die vielfache Überzeichnung der Aktien ist Ausdruck dessen, dass die Post auf einem wirtschaftlich sehr guten Weg ist, sagte der ÖAAB-Generalsekretär. (APA/red)

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    Angesichts der guten Nachfrage hatten Aktienhändler bereits vorbörslich Gewinne erwartet.

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