Vorsicht bei "Pflanzen-Wundersalbe"

22. Jänner 2007, 16:29
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Warnung vor Salbe gegen Neurodermitis. Das ukrainisches Präparat enthält streng rezept- und apothekenpflichtiges Cortison

Wien - Angepriesen wird eine "garantiert natürliche Pflanzensalbe" zur Behandlung von Neurodermitis. Eine Analyse im behördlichen Arzneimittel-Kontrolllabor (OMCL, Official Medicines Control Laboratory) der AGES PharmMed zeigte aber, dass die Salbe ein besonders starkes Cortison und ein Antihistaminikum enthält.

"Das Cortison ist streng rezept- und apothekenpflichtig, das Mittel ist daher illegal", erklärt Andreas Mayrhofer, Leiter der Abteilung pharmazeutisch-chemische Analysen. "Wir warnen daher eindringlich vor dieser angeblichen Wundersalbe, die per Telefon vertrieben wird".

Missbrauchsfall Cortison

Das OMCL der AGES kann erst nach Erhalt einer Verdachtsmeldung auf ein illegales Medikament aktiv werden. Im Fall der genannten Salbe kam diese Meldung von einem Hautarzt: Einer seiner Patienten, der an besonders schwerer Neurodermitis leidet, hatte das Angebot eines ukrainischen Wunderheilers angenommen. Die "Behandlung" bestand aus Akupressur und besagter nicht näher gekennzeichneter "Wundersalbe" zum stolzen Preis von 65 Euro pro Tiegel.

Folge: Schwerer Rückfall

Nach Abschluss der anfangs erfolgreichen "Therapie" - auf Grund der Wirkung des Cortisons - erlitt der Patient einen äußerst schweren Rückfall, der den Hautarzt zur Verdachtsmeldung veranlasste. "Situationen wie diese erleben wir leider seit zehn Jahren immer wieder", sagt Mayrhofer: "Cortisone gehören zu den am häufigsten missbrauchten Arzneimitteln."

Arzneimittelkontrolle in Österreich

In Österreich ist die AGES PharmMed für die gesetzliche Kontrolle des Arzneimittel- und Medizinproduktmarktes zuständig. Diese Aufgabe umfasst die Arzneimittelzulassung, die laufende Überprüfung der Qualität von Arzneimitteln und Medizinprodukten. (red)

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