Ravensburger hofft auf Volltreffer

22. Juni 2006, 15:19
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Die europäische Nummer eins bei Brettspielen und Puzzles setzt auf Seniorenspiele und Fußball-WM, um den Umsatz anzukurbeln

Frankfurt - Mit Lernspielen und Spielen für Senioren will der traditionsreiche Ravensburger-Verlag der rückläufigen Branchenentwicklung weiter trotzen. Dabei setze die europäische Nummer eins bei Brettspielen und Puzzles auf eine verstärkte Expansion ins europäische Ausland, wo die Firma bisher rund die Hälfte ihres Geschäfts macht, sagte Vorstandschef Karsten Schmidt am Dienstag.

Für 2006 kündigte Finanzvorstand Frank Mallet einen Umsatz auf Vorjahreshöhe von 288 Millionen Euro an. Hingegen werde der europäische Spielemarkt erneut um 2,5 Prozent schrumpfen. Allein von den 50 Spielen und Puzzles rund um die Fußball-WM erhoffe sich Ravensburger ein Umsatzplus von zehn Millionen Euro, sagte Mallet. Der Gewinn soll 2006 auf dem Niveau des um Sondereffekte bereinigten Vorjahreswerts von 25 Millionen Euro liegen.

Verluste mit TV-Produktionen

Neben Kosten für die Beendigung des verlustreichen Abenteuers der Film- und Fernsehproduktionen für Jugendliche - durch die Firma RTV - drückten 2005 höhere Steuern und Vergleichszahlungen auf das Ergebnis. Demgegenüber stand ein positiver Sondereffekt von rund vier Mio. Euro zu Buche, der vor allem auf Auflösungen von Rückstellungen sowie Wertpapier- und Grundstücksverkäufe zurückgeht.

Die Effekte eingerechnet stieg der Gewinn 2005 um ein Zehntel auf 29,1 Millionen Euro. Hingegen stagnierte der Umsatz, nachdem er 2004 noch dank der hohen Nachfrage nach einem dreidimensionalen Puzzleball um acht Prozent gestiegen war.

2005 verhalf die starke Nachfrage nach der Sachbuchreihe "Wieso? Weshalb? Warum?" der Kinder- und Jugendbuchsparte zu einem Umsatzplus von fünf Prozent. Hingegen legte das Geschäft mit Spielen und Puzzles, das vier Fünftel des Umsatzes ausmacht, nur um 0,5 Prozent zu. Dabei spielten Umsatzverluste wegen auslaufender Vertriebslizenzen für "Playmobil" in Italien und der Holz-Baukastenreihe "Matador" in Österreich eine Rolle. Gut verkauften sich erneut Klassiker wie "Memory" und "Malen nach Zahlen". Der Freizeitpark Ravensburger Spieleland büßte hingegen auf Grund des schlechten Wetters 1,4 Prozent an Umsatz ein. (APA/Reuters)

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