Geberländer drohen Konfliktparteien mit Ende der Unterstützung

17. Juni 2006, 18:42
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Colombo setzt weiter auf Friedensverhandlungen mit LTTE

Tokio/Colombo - Japan, Norwegen, die USA und die EU haben den Konfliktparteien Sri Lankas mit Entzug der finanziellen Unterstützung gedroht, sollten sie weiterhin nichts gegen die zunehmende Gewalt im Land unternehmen. Nach Krisengesprächen in Tokio forderten die Geber die Regierung in Colombo und die Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) am Dienstag auf, die Gewalt zu beenden und unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Botschaft sei klar, betonte der japanische Unterhändler Yasushi Akashi: "Machen sie das Richtige, wird die internationale Gemeinschaft positiv darauf reagieren. Wenn sie aber den Frieden stören, werden die Reaktionen entsprechend strikt ausfallen".

Kampf für Unabhängigkeit

Die LTTE kämpft seit 1972 für die Unabhängigkeit der Tamilengebiete im Norden und Osten Sri Lankas; in den Auseinandersetzungen wurden rund 60.000 Menschen getötet. 2002 schlossen die Rebellen und die Regierung in Colombo unter Vermittlung Norwegens einen Waffenstillstand. Um die Friedensbemühungen zu unterstützen, stellten die Geberländer ein Jahr später insgesamt 4,5 Milliarden Dollar (3,53 Mrd. Euro) in Aussicht. Die Friedensgespräche liegen nun schon seit Monaten auf Eis, und auch der Waffenstillstand besteht nur noch auf dem Papier. Allein seit April wurden 200 Menschen getötet. Am Montag stufte die EU die LTTE als Terrororganisation ein. Damit wurden zugleich sämtliche Guthaben und Wirtschaftsressourcen der LTTE in der EU eingefroren.

Die srilankische Regierung versicherte, sie setze weiter auf Friedensverhandlungen. Sie sei der Überzeugung, der Konflikt lasse sich nur auf politischem und nicht auf militärischem Wege lösen, erklärte das Büro von Ministerpräsident Mahinda Rajapakse am Dienstag. Gleichzeitig begrüßte die Regierung die Maßnahme der EU: Sie hoffe, die Entscheidung führe zu einem Umdenken innerhalb der LTTE. Eine Reaktion der tamilischen Rebellen blieb zunächst aus. Im Vorfeld hatten sie allerdings mit einem endgültigen Ausstieg aus den Friedensgesprächen gedroht. (APA)

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