Kärnten ist vorerst nicht zu Zahlungen bereit

6. Juni 2000, 14:43

Landeshauptmann Haider: Zuerst muss die Wirtschaft als Hauptbetroffene ihre Vorstellungen über die Größenordnung ihrer Entschädigungen präsentieren.

Klagenfurt - Im Gegensatz zu anderen Bundesländern ist Kärnten vorerst nicht bereit, der Forderung nach einer Beteiligung am Entschädigungsfonds für ehemalige NS-Zwangsarbeiter nach zu kommen. Zuerst müsse die Wirtschaft als Hauptbetroffene ihre Vorstellungen über die Größenordnung ihrer Entschädigungen präsentieren, betonte Landeshauptmann Jörg Haider (F) am Dienstag. "Man kann das nicht so spielen, dass wieder alles beim Bund, den Ländern und den Gemeinden hängen bleibt", sagte der Landeshauptmann.

Haider warf in diesem Zusammenhang der Wirtschaft vor, sich bisher noch nicht zur Frage der Zwangsarbeiter-Entschädigung verbindlich geäußert zu haben: "Bevor das nicht auf dem Tisch liegt, sehe ich nicht ein, dass irgend etwas gezahlt wird", unterstrich er.

Nach der Zahl der im Zweiten Weltkrieg in Kärnten eingesetzten Zwangsarbeiter befragt sagte Haider, dies könne sicherlich vom Landesarchiv erhoben werden. Es gelte jetzt, zuerst eine "Grobskizze" zu erarbeiten. (APA)

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