Tuvalu kündigt erneut rechtliche Schritte gegen USA und andere CO2-Großproduzenten an

12. Juli 2006, 14:17
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Möglicher Untergang des Inselstaats seit Jahren thematisiert - Premier-Minister Toafa: "Plätze an denen vor wenigen Jahren noch Kinder gespielt haben, stehen heute unter Wasser"

Okinawa - Bei einem Treffen der Pazifik-Nationen, dem Pacific Islands Leaders Meeting (PALM4), in Okinawa stand erneut das Thema "globale Erwärmung und steigender Meeresspiegel" auf dem Programm. Der Premier-Minister des polynesischen Inselstaates Tuvalu, Maatia Toafa, hat erneut angekündigt, rechtliche Schritte gegen die größten Umweltverschmutzer - insbesondere die USA - zu unternehmen. Sein Land, bestehend aus neun Atollen mit einer Gesamtfläche von nur 26 Quadratkilometer werde immer kleiner. "Plätze an denen vor wenigen Jahren noch Kinder gespielt haben, stehen heute unter Wasser", so Toafa. Die Situation sei dramatisch und werde immer dramatischer.

In den vergangenen Monaten ist es immer wieder zu Überflutungen der für die Bewohner lebensnotwendigen Taro-Felder gekommen. "Erst vor wenigen Wochen ist eine kleine Insel vor unserer Hauptstadt verschwunden", erklärte der Minister, der um die Zukunft seiner Inselnation bangt. Es sei zu hoffen, dass die großen CO2-Produzenten der Welt diese Katastrophe aufhalten. "Wir werden weiterkämpfen", zeigt sich Toafa entschlossen. Dabei schließe er rechtliche Schritte auch nicht aus. "Tuvalu wird Schadenersatz und Anerkennung seiner Lage in einigen Jahren rechtlich einfordern."

Protest gegen illegale Holzwirtschaft

Umweltschützer haben bei dem Treffen ein 450 Quadratmeter großes Transparent enthüllt, auf dem der Stopp der "Waldzerstörung" gefordert wird. Greenpeace hatte bereits zuvor heftige Kritik an der illegalen Abholzung in den tropischen Inselgebieten vor allem in Neuguinea geübt. Die Umweltschützer hoben am Ende des Treffens hervor, dass das wichtige Thema der illegalen Rodung der Urwälder beim Forum ausgespart wurde, obwohl die beiden Premierminister von Japan und von Papua Neuguinea anwesend waren.

"Im Schluss-Statement des Treffens war das Thema illegaler Holzeinschlag mit keinem Wort erwähnt", berichtet das Pacific Magazine. Japans Premierminister Koizumi hatte während der Verhandlungen allerdings angekündigt, die 14 Inselstaaten, die dem Treffen beiwohnten, zu unterstützen, wenn es um die Frage nach Holztransporten und der finanziellen Unterstützung gehe. Greenpeace kritisiert, dass in dem Statement mit keinem Wort "illegaler Holzeinschlag" erwähnt werde und außerdem kein deutliches Zeichen für ein Importverbot von illegalem Tropenholz gesetzt wurde. Es sei durchaus positiv, dass Koizumi über die Wälder dieser Region gesprochen habe, aber in Wirklichkeit sei es notwendig, dass Japan Schritte gegen illegal geschlagenes Holz setze, argumentiert Yuka Ozaki, Waldexpertin von Greenpeace-Japan. (pte)

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    Maatia Toafa

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