"Mein Luftpinsel heißt Susi"

28. Juli 2006, 16:33
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Ein Bodypainter im Porträt

Schon als Kind begeisterte sich Thomas Salamonski nicht für Rennautos, sondern ausschließlich für Bleistift und Papier: Das waren seine liebsten Spielsachen. Und mittlerweile hat der 28-jährige Wiener das "Kinderspiel" zum Beruf gemacht: Seit vier Jahren verwendet Salamonski aber nur mehr menschliche Körper als Leinwand – und gesteht lachend: "Alles, was ich in die Finger bekomme, wird bemalt."

Salamonski ist aber kein Einzeltäter: immer dabei ist seine treueste Begleiterin, der Luftpinsel. Und diese "Airbrush" hat sogar einen Namen: "Susi." Doch was benötigt man für ein Rendezvous mit Thomas und seiner Susi? "Am Besten kommt man nur im String. Und klebt sich Leukoplast auf die empfindlichsten Körperstellen", erklärt der Körpermaler – und ergänzt: "Leukoplast sensitive – das geht nachher leichter wieder runter."

Wie beim Auto- oder Fensterlackieren auch, beginnt man nach dem Abpicken mit den großflächigsten Stellen: Beim Menschen ist das der Oberkörper. Doch wer sich da vor stundenlangem verkrampftem Stillhalten fürchtet, zittert ohne Grund: "Maximal zwei Stunden", so der Maler, dauere eine Sitzung. Aber das sei nicht generell so: "Ich bin schnell."

Wichtig sei es, warnt der Maler, den "Leinwänden" klar zu machen, dass sie sich vor der Malerei nicht mit fettigen Cremes einschmieren dürfen – denn dann hält das Werk nur sehr kurze Zeit. Oft fühlt sich der Bodypainter aber mehr als Seelsorger denn als Künstler: "Die Mädels erzählen von Gott und der Welt – die Leute plaudern einfach gerne."

Bei der Arbeit an besonders sensiblen Stellen, so Salamonski, sei es dann aber an ihm zu plaudern: "Da muss man die meisten durch Reden ein bisserl ablenken."

Besonders viel zu reden hatte der 28-Jährige zuletzt vor dem Wiener Life Ball: Viel Leukoplast dürften Salamonskis Kunden da nämlich nicht verklebt haben. Den Ball selbst überließ er dann aber seinen Werken – denn nach getaner Arbeit hat er Wichtigeres zu tun: "Dann muss ich die Susi putzen." (DER STANDARD Printausgabe, 30. Mai 2006)

Von Alexandra Dasch und Anja Kröll

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    foto: hendrich
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