SeverStal: Russlands größter Stahlkonzern

21. Juni 2006, 13:57
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Der weltgrößte Stahlkocher Mittal will den Zweitgrößten der Branche, Arcelor, übernehmen. Doch Arcelor wehrt sich und zieht denrussischen Trumpf

Moskau - Der privatisierte Stahlkocher SeverStal ist mit seinen Auslandsbeteiligungen in den USA und Italien der russische Branchenprimus. Weltweit gehört der Konzern zu den Top 15. Im Jahr 2005 stellte SeverStal in Russland knapp elf Millionen Tonnen Stahl her. Der Konzern machte einen Umsatz von 7,5 Mrd. Dollar und erzielte einen Gewinn von 1,4 Milliarden Dollar. Der Aufsichtsratsvorsitzende Alexej Mordaschow (40) kontrolliert zwischen 80 und 90 Prozent der Anteile.

SeverStal (deutsch: Nordstahl) ging aus der sowjetischen Stahlproduktion in der Stadt Tscherepowez, 400 Kilometer nördlich von Moskau, hervor. Zu SeverStal gehören auch Kokskohle-Förderer, Erzaufbereitungswerke sowie der Automobilhersteller UAZ, der sich auf robuste Geländewagen spezialisiert hat. SeverStal produziert in seinen modernisierten Werken überwiegend Walzstahl und ist führend bei der Herstellung von Bandstahl, kalt gewalzten Blechen und galvanisiertem Stahl. Letzterer wird gemeinsam mit Arcelor in Tscherepowez für die Automobilbranche hergestellt.

Günstiger Einkaufspreis

Im Vergleich zur internationalen Konkurrenz hat SeverStal den Vorteil, Eisenerz und Kokskohle ein Drittel unter Weltmarktpreisen beziehen zu können. Etwa die Hälfte der Stahlproduktion geht in den Export, überwiegend nach Asien und Europa.

SeverStal begann seine internationale Expansion vor zwei Jahren mit der Übernahme des US-Produzenten Rouge Steel. Im Vorjahr stieg der russische Konzern mit 62 Prozent beim italienischen Stahlkocher Lucchini ein. Aber auch auf einem anderen Gebiet tummelt sich SeverStal: Gemeinsam mit der Bertelsmann-Tocher RTL Group übernahm das Unternehmen im vergangenen Juli den privaten russischen Fernsehsender REN-TV. (APA/dpa)

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