Anzahl der UMTS-Player in Österreich bleibt offen

6. Juni 2000, 12:57

Vier bis sechs Konzessionen möglich

Wien - Die Anzahl der heißbegehrten Lizenzen für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System), die in Österreich im November versteigert werden sollen, bleibt weiterhin offen. Die Telekom Control hat gestern, Montag, beschlossen, die Zahl der Konzessionen nicht festzulegen, sondern die Entscheidung dem Markt zu überlassen, teilte der Regulator heute mit. Gemäß Auktionsbedingungen sind vier bis sechs Konzessionen möglich.

Die Dauer der Konzessionen, die für ganz Österreich gelten, beträgt 20 Jahre ab Konzessionserteilung. Bis Ende 2003 müssen die UMTS-Betreiber einen Versorgungsgrad von 25 Prozent der Bevölkerung nachweisen, bis Ende 2005 muss dieser 50 Prozent betragen, wobei sogenannte Trägerdienste mit mindestens 144 kbit pro Sekunde erbracht werden müssen.

Die UMTS-Antennen können von mehreren Anbietern gemeinsam benutzt werden, das Netz selbst muss aber von jedem Anbieter selbst betrieben werden. Das sogenannte National Roaming, das neuen Marktteilnehmern die Nutzung des Netzes bestehender Mobilfunkbetreiber erlaubt, ist laut Telekom Control für alle GSM-Betreiber, die eine UMTS-Lizenz ersteigern, verplichtend, darf aber von einem Neueinsteiger höchstens vier Jahre ab Mindestausbau des eigenen Netzes (ab einem Versorgungsgrad von 20 Prozent) in Anspruch genommen werden.

Die Ausschreibung für die Lizenzen soll bis zur zweiten Juliwoche erfolgen. Das Vergabeverfahren selbst ist zweistufig. In einem ersten Schritt werden alle Antragsteller auf die Erfüllung der notwendigen technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen geprüft, in der Stufe zwei folgt die für November geplante Versteigerung, die in einem offenen, simultanen, aufsteigenden Mehrrundenverfahren in zwei Abschnitten über die Bühne gehen soll.

Als Grundausstattung werden zunächst 12 Frequenzpakete zu je 2x5 MHz aus dem gepaarten Bereich versteigert. Um eine Konzession zu erhalten, müssen die Bieter im ersten Abschnitt zumindest zwei Frequenzpakete erwerben, können aber maximal nur drei ersteigern. Die erfolgreichen Bieter aus dem ersten Abschnitt können als Zusatzausstattung insgesamt 25 MHz (5 Pakete zu je 5 MHz) aus dem ungepaarten Bereich bzw. jene Pakete, die im ersten Abschnitt allenfalls nicht vergeben wurden, ersteigern.

Mit der Hochgeschwindigkeits-Technik UMTS soll der schnelle drahtlose Zugriff auf Bilder, Videos und Musik möglich werden. Mit heutigen Standards wie GSM (Global System for Mobile Communication) können per Handy nur Sprache und kurze Texte übertragen werden. Mit UMTS können Daten mit bis zu zwei Megabit pro Sekunde übermittelt werden. UMTS ist damit bis zu 30 Mal schneller als ISDN (64 kBit pro Sekunde) und bis zu 200 Mal schneller als heutige Handys (9,6 kBit pro Sekunde). (APA)

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