Ärzte-Ausbildung: Grundsätzliches Ja der Ärztekammer

19. Juli 2006, 16:47
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Brettenthaler stellt aber zusätzliche Forderungen

Wien/Graz - Die Ärztekammer begrüßt prinzipiell die von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) angekündigte Reform der Ärzte-Ausbildung an. Damit erfülle sich endlich ein langjähriger, drängender Wunsch der Ärzteschaft, sagte Ärztekammer-Präsident Reiner Brettenthaler am Montag gegenüber der APA. Gleichzeitig erhob er aber zusätzliche Forderungen.

Seit über zwölf Jahren angestrebt

Über zwölf Jahre habe die Ärztekammer eine Verbesserung der praktischen ärztlichen Ausbildung angestrebt. Mit der vorliegenden Novelle komme man einer funktionsgerechten Struktur der Turnusausbildung und einer zeitgemäßen Zusammensetzung der Ausbildungsfächer ein Stück näher, meinte Brettenthaler. Gleichzeitig betonte der Ärztekammer-Präsident aber: "Es muss sicher gestellt sein, dass sich Turnusärztinnen und -ärzte im Wesentlichen auf ihre Ausbildung konzentrieren können."

In diesem Zusammenhang reklamierte der Ärztechef einmal mehr einen Dokumentationsassistenten in den Spitalsabteilungen, der die besonders mit Büroarbeit überfrachteten Turnusärzte entlasten soll. Weiters bekräftigte er die Forderung nach Einführung eines Facharztes für Allgemeinmedizin, der den modernen und erweiterten Ansprüchen einer Basisversorgung im niedergelassenen Bereich Rechnung tragen sollte. In diesem Zusammenhang verlangte der Kammerpräsident auch eine verpflichtende Verlängerung der Lehrpraxistätigkeit von Turnusärzten, "um dadurch die speziellen organisatorischen und inhaltlichen Anforderungen einer Ordinationsführung besser kennenzulernen". Dafür reklamierte er auch die notwendige Finanzierung.

Supervision

Die von Rauch-Kallat angestrebte Supervision von Turnusärztinnen und Turnusärzten begrüßte Brettenthaler, wobei aber für Kontinuität Sorge zu tragen sei. Sinnvoll sei auch die geplante Verankerung von Ausbildungsgesprächen am Ende des jeweiligen Ausbildungsabschnittes.

Ins gleiche Horn stieß auch die Steirische Ärztekammer. Präsident Dietmar Bayer forderte eine bessere Ausbildung für Turnusärzte, die "aber nur über weniger Bürokratie und freigestellte Ausbildungsärzte sowie mehr Geld für Lehrpraxen" zu machen sei. "Die Ausbildung für Turnusärzte lässt sich allein mit Supervision nicht verbessern." Turnusärzte müssten von Bürokratieaufgaben weitgehend entlastet werden, etwa durch die Schaffung von "Medizinischen Dokumentaren", die nichtärztliche Verwaltungsaufgaben übernehmen könnten. Zur gesamtheitlichen Lösung der Ausbildungsfrage verlangt der steirische Ärztekammerpräsident einen "nationalen Turnusärztegipfel" unter Einbeziehung der Betroffenen. (APA)

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