Microsoft: OpenDocument ist zu langsam

28. Juni 2006, 12:42
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Die eigene Lösung Office Open XML sei wesentlich flotter und umfangreicher

Immer deutlichere Worte findet Microsoft, wenn es um die Konkurrenz bei Dokumentformaten geht: Gegenüber ZDNet UK gab Office-Manager Alan Yates zu Protokoll, dass OpenDocument viel zu langsam für ein Dokumentformat sei.

Alles besser

Die eigene angekündigt Lösung "Office Open XML" sei hingegen voll auf Performance ausgerichtet, so Yates weiter. Da XML an sich wesentlich langsamer als Binärformate sei, habe man bei der Entwicklung ein besonderes Augenmerk auf diesen Punkt gelegt.

Kontra

Marino Marcich, Managing director der ODF Alliance, die von zahlreichen Größen der IT-Branche getragen wird und die Förderung von OpenDocument zum Ziel hat, sieht das naturgemäß anders: Die Angaben von Yates seien derzeit schlicht unüberprüfbar, da es bisher kein einziges Produkt am Markt gebe, dass Microsofts Lösung einsetze. Auch würde die Geschwindigkeit eines Formats stark von der jeweiligen Implementierung abhängen, da OpenDocument von mehren Programmen eingesetzt wird, würden dabei naturgemäß auch die Ergebnisse variieren.

Vorteile

Außerdem habe OpenDocument einen wesentlichen Vorteil: Es sei für Softwarehersteller wesentlich leichter zu implementieren als das Konkurrenzformat, das zeige sich schon an den "nur" 700 Seiten Spezifikation im Vergleich zu 4.000 für Office Open XML. Der Unterschied mag wohl auch daran liegen, dass Microsoft praktisch überall das Rad neu erfinden wolle, anstatt bestehende Format wie SVG zu verwenden.

Kein Interesse

Skeptiker könnten bei solchen Ausmaßen ohnehin zum Schluss kommen, das Microsoft nicht wirklich daran interessiert sei, dass jemand anderer seine Lösung in der eigenen Software einsetzt, so Marcich weiter. Eine Bemerkung, die Yates so nicht stehen lassen will, Office Open XML sei einfach wesentlich umfangreicher, da es auch wesentlich mehr Funktionalität biete.

Background

Microsoft musste in den letzten Monaten beobachten, wie sich immer mehr Firmen hinter OpenDocument versammelt haben, zuletzt kündigte auch IBM an, in künftigen Versionen von Lotus Notes auf das freie Dokumentformat zu setzen. Zusätzlich wurde OpenDocument erst vor wenigen als offizieller ISO-Standard anerkannt. (red)

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