Anhaltender Finderlohn-Streit um Ötzi

6. Juni 2006, 18:46
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Nürnberger Ehepaar Simon war bereits im Oktober 2003 als rechtmäßige Finder anerkannt worden - Höhe des Finderlohns noch strittig

Nürnberg/Bozen - Im Streit um einen Finderlohn für die Entdeckung der Gletschermumie Ötzi hat die Nürnberger Familie Simon einen Etappensieg errungen. Das Oberlandesgericht Trient habe die Berufung der autonomen Provinz Bozen gegen die Anerkennung des mittlerweile verstorbenen Ötzi-Entdeckers Helmut Simon und seiner Frau als rechtmäßigige Finder abgewiesen, berichtete der Anwalt der Familie, Georg Rudolph, am Montag in Nürnberg.

Die Höhe des Finderlohns sei aber nach wie vor umstritten. Die vom Land Südtirol angebotenen 50.000 Euro seien nicht ausreichend, betonte der Anwalt.

Es wird weitergehen

Das Landesgericht Bozen hatte das Ehepaar Simon bereits im Oktober 2003 als rechtmäßige Finder anerkannt. Mit der Abweisung der Berufungsklage verurteilte das Oberlandesgericht die Provinz Bozen jetzt auch zur Erstattung der Prozesskosten von mehr als 25.000 Euro. Rechtsanwalt Rudolph schloss am Montag nicht aus, dass die italienischen Behörden gegen diese Entscheidung Revision beim Kassationsgericht in Rom einlegen werden.

Knapp 15 Jahre nach der spektakulären Entdeckung geht der Streit um die Höhe des Finderlohnes weiter. "50.000 Euro Finderlohn sind ein bisschen wenig", sagte Anwalt Rudolph. "Mit 150.000 Euro könnten wir leben, das wären jeweils 50.000 Euro für die Witwe und ihre beiden Söhne." Zugleich bekundete Rudolph sein Interesse an einem Ende des Jahre langen Streits. "Wir wollen endlich Ruhe haben und nicht ständig den dornigen Rechtsweg gehen", betonte der Anwalt.

Hintergrund

Das Ehepaar Simon hatte die 5.300 Jahre alte Leiche im September 1991 bei einer Bergwanderung in den Ötztaler Alpen entdeckt. Der mittlerweile 67-jährige Helmut Simon war im Oktober 2004 selbst bei einem Bergausflug in den Alpen in der Nähe von Hofgastein ums Leben gekommen. (APA/dpa)

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