Sorge um Bau einer iranischen Wasserstoffbombe

8. Juni 2006, 14:00
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Teheran meldet Arbeit auch an Kernfusion

Wien/Teheran/Kuala Lumpur - Während die westlichen Staaten weiter um eine gemeinsame Linie im Atomstreit mit dem Iran ringen, hat die Regierung in Teheran am Montag ihre nuklearen Ambitionen bekräftigt. Der technische Leiter des Forschungszentrums der iranischen Atomenergieorganisation, Sadat Hosseini, erklärte, dass im Iran auch an der Kernfusion gearbeitet werde. Die Forschungen in diesem Bereich reichten schon fünf Jahre zurück, sagte Hosseini laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens. Ziel sei die Gewinnung von Energie.

Die Nutzung der Kernfusion zur Stromerzeugung steckt auch international noch in den Kinderschuhen. Die EU, Japan, China, Russland, Südkorea, Indien und die USA unterzeichneten in der vergangenen Woche ein Abkommen zum Bau des Kernfusion-Versuchsreaktors ITER. Er wird in Cadarache in der südfranzösischen Provence gebaut.

Gefahr Fusionsbombe?

Die Sorge des Westens dürfte sich nun auch darauf richten, dass der Iran versuchen könnte, eine Fusionsbombe zu bauen. Diese Wasserstoffbombe, die auch schon die USA, die frühere Sowjetunion, Großbritannien und China getestet haben, ist hunderte Male stärker als eine Atombombe, welche die Kernspaltung nutzt.

Der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki erklärte am Montag, jeglicher Vorschlag wirtschaftlicher Anreize müsse sich an zwei Bedingungen messen lassen: der Anerkennung des iranischen Rechts auf friedliche Nutzung der Atomkraft und der Stärkung des Atomwaffensperrvertrags. "Dies sind zwei Elemente für jeglichen Vorschlag, mit dem wir ernsthaft arbeiten können", sagte Mottaki bei einem Treffen der Organisation der blockfreien Staaten in Malaysia. (APA/AP)

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