Raiffeisen-RLB-ÖÖ-General: G'scheit prüfen, aber keine Verbürokratisierung

8. Juni 2006, 14:39
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Ludwig Scharinger tritt im Zusammenhang mit der Diskussion um die Finanzmarktaufsicht angesichts der jüngsten Vorfälle im Bankwesen für "gute Bankprüfungen" ein

Linz - Der Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank (RLB) Oberösterreich, Ludwig Scharinger, tritt im Zusammenhang mit der Diskussion um die Finanzmarktaufsicht angesichts der jüngsten Vorfälle im Bankwesen für "gute Bankprüfungen" ein, aber gegen eine "Verbürokratisierung". Doch auch die Bankmanager seien gefordert, stellte er in einer Pressekonferenz vor der Hauptversammlung seines Institutes am Montag fest.

G'scheit prüfen

"Die Prüfer sollen g'scheit prüfen, wir sind sehr offen, aber wir lassen uns nicht verbürokratisieren", fasste Scharinger zusammen. Notwendig seien Prüfer, die das Geschäft der Banken kennen, nachvollziehen und beurteilen können. Die Bankaufseher sollten Erfahrung haben und sich nicht in theoretischen und bürokratischen Details verlieren. "Die Prüfer, die letztes Mal bei uns waren, haben uns viel Zeit gekostet. Wir haben ihnen dann das Geschäft erklärt, damit sie in der Lage waren, es nachzuvollziehen", schilderte der Generaldirektor.

Er verlangte aber auch von den Bankmanagern, dass sie nur jene Geschäfte machen, die sie verstehen, die sie ordentlich abbilden und wertmäßig sauber erfassen können. Das sage er an die Adresse von Bankmanagern in der Vergangenheit und heute.

Nicht nachfollziehbar

Einen Kommentar zu den Affären um die BAWAG und die Hypo Alpe-Adria-Bank lehnte Scharinger ab, "weil für uns ist nicht nachvollziehbar, was dort vorgegangen ist" beziehungsweise "ich kenne ihre Bilanzen nicht". Er hoffe aber, dass die Finanzmarktaufsicht dort "gute Prüfer hat und keine Greenhorns". Schadenfreude empfinde er nicht, sondern Sorge. Und er warnte: "Politischer Populismus ist nicht angebracht".

Bei der RLB Oberösterreich und der Privat Bank AG seien die Einlagen sicher. Sie würden zu 100 Prozent und nicht nur bis zu 20.000 Euro garantiert. Die RLB verfüge dazu über Eigenmittel in der Höhe von 3,4 Mrd. Euro und zusätzlich jederzeit zur Verfügung stehende stille Reserven von rund einer Mrd. Euro. Er sehe aber keine Notwendigkeit, dies in Anspruch zu nehmen, "denn wir machen nur jene Geschäfte, die wir verstehen", sagte Scharinger. (APA)

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    Einen Kommentar zu den Affären um die BAWAG und die Hypo Alpe-Adria-Bank lehnte Scharinger ab, "weil für uns ist nicht nachvollziehbar, was dort vorgegangen ist."

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