Österreichs Risikokapitalmarkt 2005 leicht gewachsen

8. Juni 2006, 14:42
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143 Millionen Euro Private Equity wurden in 172 kleine und mittlere Unternehmen investiert

Wien - Der österreichische Risikokapitalmarkt ist 2005 nur leicht gewachsen, es konnten dagegen deutlich mehr Venture Capital-Mittel aufgebracht werden. 143 Mio. Euro Private Equity, das waren um 2 Prozent mehr als im Jahr davor, wurden im Vorjahr in 172 kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) investiert. Gleichzeitig konnten fast 217 Mio. Euro frisches Kapital aufgebracht werden, was einer Steigerung von 78 Prozent entsprach. Das sei der zweithöchste Wert bisher, so die AVCO, die Dachorganisation der österreichischen Beteiligungskapitalindustrie, in einer Pressemitteilung.

Wachstum bei KMU

Auf wachstumsorientierte KMUs entfielen 74 Prozent, auf Startup-Unternehmen 20 Prozent der Investitionen, was ein Wachstum von 83 Prozent bedeutete. Der Anstieg bei den Frühphaseninvestments ging zu Lasten der Expansionsfinanzierungen, die 2005 nur mehr 53 Prozent der Investitionen ausmachten. Auf Buy-out-Transaktionen, die der Unternehmensnachfolge dienten oder spin-outs aus großen Konzernen ermöglichten, entfielen ähnlich wie im Vorjahr 13 Prozent der Investitionen. 14 Prozent wurden für die Übernahme von Beteiligungsanteilen bestehender Gesellschafter aufgewendet.

Dem High-Tech-Segment der heimischen Wirtschaft waren 52 Prozent oder 74 Mio. Euro der Gesamtinvestitionen zuzurechnen. Besonders gut schnitten wieder die Informations- und Kommunikationstechnologien mit einem Anteil von rund 38 Prozent ab.

Bei der Mittelaufbringung, dem Fundraising, stellten die Banken mit einem Anteil von über 70 Prozent die stärkste Gruppe dar. Auf Versicherungen entfielen 7 Prozent und auf Funds of Funds bzw. Dachfonds etwas mehr als 2 Prozent. Mit 20 Prozent waren ausländische Investoren vertreten.

Frühphasensegment

Von den frisch aufgebrachten Mitteln sollen nach Einschätzung der Private Equity-Geber 13 Prozent in das Frühphasensegment und rund 51 Prozent in die Ausweitung und Expansion von KMUs investiert werden. Für kleinere und mittlere Buy-outs sollen 36 Prozent verwendet werden.

Die "Exits", also die De-Investitionen bzw. Abschichtungen von Beteiligungsanteilen, konnten 2005 auf 124 (2004: 69) Mio. Euro gesteigert und damit fast verdoppelt werden, Abschreibungen konnten auf 17 Mio. Euro halbiert werden.

Für die weitere Entwicklung fordert die Private Equity-Industrie rasch eine Neugestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen, zumal die dominante Rechtsform der Mittelstandsfinanzierungsgesellschaft, in der die Mittel gepoolt werden, mit Ende 2006 auslaufen soll. Alternative Rechtsformen seien derzeit noch nicht verfügbar, so AVCO. (APA)

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