Tödlicher Streit: Verdächtige enthaftet

2. Juni 2006, 20:59
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Obduktion der Leiche des 66-jährigen Ex-Boxers verzögert sich - Obdachlose Frau ließ Toten tagelang liegen

Wien - Eine tätliche Auseinandersetzung in Wien-Brigittenau, bei der ein 66-jähriger Mann ums Leben kam, beschäftigt derzeit die Kriminalisten. Die Tatverdächtige, eine 37-jährige Obdachlose, wurde einen Tag nach Bekanntwerden des tödlichen Streits, der sich bereits vor elf Tagen ereignet haben soll, laut Gerichtsentscheid wieder enthaftet. Die Obduktion der Leiche musste von Dienstag auf Mittwoch verschoben werden.

Gestürzt

Im Zuge der Einvernahme am gestrigen Montagnachmittag gab die tatverdächtige Frau zu Protokoll, dass der von ihr gefundene Tote bereits vor rund zehn Tagen während einer heftigen Auseinandersetzung zu Sturz gekommen war. Da er sich nicht aufhelfen lassen wollte, ließ ihn die Frau liegen und betrank sich. Am darauf folgenden Morgen war der 66-Jährige tot. Wie sich herausstellte, handelt es sich um den ehemaligen österreichische Box-Meister im Weltergewicht und Olympiateilnehmer 1960 in Rom, Franz Kohzina.

Kohzina hatte die unterstandslose 37-Jährige immer wieder bei sich übernachten lassen. Laut Aussage der Verdächtigen war sie von dem 66-Jährigen geschlagen worden, worauf sie sich wehrte und ihn wegstieß. Dabei dürfte er unglücklich gestürzt sein. Nachdem die Frau am nächsten Morgen Kohzina tot am Boden liegend vorfand, schlief sie noch mindestens zehn Tage in der Wohnung, bevor sie am Montag ein nahe gelegenes Lokal aufsuchte und dort über den Vorfall sprach.

Obduktion verschoben

Eine Intervention der Polizei bei Gericht nützte nichts, die 37-Jährige wurde am Dienstag auf freien Fuß gesetzt. Problematisch könnte eine weitere Einvernahme der Frau werden, die dafür eine "ladungsfähige" Adresse benötigt - die sie allerdings nicht hat. Die Obduktion musste auf Grund zu vieler Leichen, die auf eine gerichtsmedizinische Begutachtung warten, verschoben werden. (APA)

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