Andritz holt sich Geld für weitere Zukäufe

8. Juni 2006, 14:42
posten

Der Maschinenbaukonzern Andritz begibt im Juni eine Anleihe im Volumen von 200 Mio. Euro. Das Geld soll für weitere Expansionsschritte eingesetzt werden

Wien – Der steirische Maschinenbauer Andritz, der mit der bevorstehenden Übernahme der VA Tech Hydro in eine neue Dimension vorstößt, will die Expansion beschleunigen. Im Juni begibt der in Teilbereichen zur Weltspitze zählende Konzern eine Anleihe im Volumen von 200 Mio. Euro. Ein Teil des Geldes soll für Zukäufe eingesetzt werden, wobei das für alle Geschäftsfelder in Frage käme, sagte Andritz-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Leitner in einer Pressekonferenz am Montag.

Die Zeichnungsfrist für die Anleihe läuft von 8. bis 9. Juni, Valutatag ist der 19. Juni, die Tilgung ist für den 19. Juni 2013 vorgesehen. Der Kupon werde bei 4,5 Prozent, der Ausgabekurs bei 100 Euro liegen, sagte Willi Hemetsberger von der BA-CA, die zusammen mit der Erste Bank Joint Lead Manager der Anleihe ist. Der endgültige Kupon wird am 6. Juni festgelegt.

Wie viel des Geldes in die weitere Expansion des Unternehmens fließt und wie viel zur Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten eingesetzt werde, wollte Leitner nicht beziffern: "Geld hat kein Mascherl." Zur Finanzierung der Übernahme der VA Tech Hydro, mit deren Closing der Andritz-Chef "in den nächsten ein bis zwei Wochen" rechnet, sei die Anleihe nicht notwendig. Man habe "400 Millionen in der Kasse", das könne man damit finanzieren. Die VA Tech Hydro, die Siemens nach dem VA Tech-Kauf in Befolgung einer EU-Auflage abstoßen musste, hat Andritz um 180 bis 190 Mio. Euro erworben. Das Unternehmen, das Wasserturbinen in Weiz herstellt und Abnehmer in aller Welt zu seinen Kunden zählt, soll mit 1. Juli 2006 konsolidiert werden.

Andritz hat derzeit eine 100-Millionen-Euro- Anleihe laufen, die 2002 begeben wurde und 2008 fällig wird. Ein Teil der neuen Anleihe werde auch zur Tilgung der alten verwendet, sagte Leitner.

"Konsolidierung bei Stahl ist gut"

Andritz werde auch in Zukunft an seinem Wachstumskurs festhalten, sagte Leitner. Konkrete Übernahmeziele in fortgeschrittenem Stadium gebe es derzeit aber nicht. "Wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass wir immer wieder zukaufen können, das wird auch in Zukunft so sein", sagte der Andritz-Chef.

Positiv äußerte sich Leitner zur laufenden Konsolidierung in der Stahlindustrie. "Wenn Mittal Steel mit Arcelor oder Arcelor mit Severstal zusammengeht, ist das gut für uns". Meistens folgten nach einer etwa einjährigen Nachdenkphase üppige Investitionsprogramme. Das sei auch beim Zusammengehen von Thyssen und Krupp in den Neunzigerjahren so gewesen. An die internationale Stahlindustrie liefert Andritz Walz- und Bandbehandlungsanlagen. Dieser Geschäftsbereich trug zuletzt 16 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Größter Geschäftsbereich ist Zellstoff/Papier, hier werden etwa 60 Prozent des Umsatzes erzielt. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.5.2006)

Eckdaten des Angebots

Emittentin: Andritz AG Emissionsvolumen: 200 Mio. Euro Stückelung: 500 Euro Kupon: Prozent p.a.*) vom Nennwert Emissionskurs: wird unmittelbar vor Zeichnungsfrist festgelegt Laufzeit: 7 Jahre Zeichnungsfrist: 8. und 9. Juni 2006**) Valuta: 19. Juni 2006 Tilgung: 19. Juni 2013 Zahlstelle: Erste Bank Börseeinführung:***) Wiener Börse, Geregelter Freiverkehr ISIN: AT0000A01633

*) Der endgültige Kupon wird am 6. Juni 2006 festgelegt. **) Nach Beendigung der Zeichnungsfrist können Stücke jederzeit zu den dann gültigen Marktkonditionen erworben werden. ***) wird beantragt.

Zeichnungen werden bei allen österreichischen Kreditinstituten entgegen genommen.

Share if you care.