Liberaler Gegenkandidat: Präsident ein Gefangener von Allianzen

31. Juli 2006, 12:45
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Serpa wirft Präsidenten Zugeständnisse an Paramilitärs vor

Bogota/Wien - Die Gegenkandidaten des kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe, Carlos Gaviria und Horacio Serpa, haben Sonntag Abend ihre Wahlniederlage eingestanden. Der liberale Kandidat Serpa rief laut der kolumbianischen Zeitung "El Tiempo" den wiedergewählten Amtsinhaber auf, seinen politischen Kurs zu korrigieren und warf ihm vor, sich von rechten Paramilitärs unter Druck setzen zu lassen.

"Völliger Fehlschlag"

Serpa nannte die Politik der Regierung Uribes einen "völligen Fehlschlag" hinsichtlich der Einhaltung ihrer Verpflichtungen gegenüber dem kolumbianischen Volk. Der Präsident sei Gefangener von Allianzen, die den Interessen des Volkes alles andere als dienlich seien. Uribe stehe unter dem Druck bewaffneter Organisationen, die sich an der Macht halten und die sich unter den Schutzmantel der Straflosigkeit begeben wollten. "Er hat gesiegt, aber nicht überzeugt", meinte Serpa.

"Zugeständnisse an Paramilitärs"

Der liberale Politiker hatte Uribe bereits im Wahlkampf vorgeworfen, sich im Kampf gegen die linken Guerillabewegungen FARC und ELN mit rechten Paramilitärs (AUC) verbündet zu haben. Die Entwaffnung der wegen zahlreicher Massaker berüchtigten AUC hatte der US-freundliche Präsident nicht zuletzt durch die Zusicherung milder Strafen für Mord, Vertreibung von Zivilisten und Drogengeschäfte erreicht, was Menschenrechtler als verdeckte Amnestie kritisierten. (APA)

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