RB-Racing hat Saisonziel erreicht

7. Juni 2006, 11:52
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Teamchef Horner: "Podestplatz war ganz großes Ziel und Bestätigung für unsere Arbeit"

Monaco - Ausgerechnet im größten Rennen des Jahres hat Red Bull Racing am Sonntag den ersten Podestplatz seines Bestehens eingefahren. Der Schotte David Coulthard ließ das österreichisch-englische Formel-1-Team über Platz drei im klassischen Grand Prix von Monaco jubeln. "Ein Podestplatz war unser ganz großes Ziel für diese Saison", verriet Teamchef Christian Horner der APA - Austria Presse Agentur.

Dabei war der Rennstall mehr als mäßig in die Saison gestartet, hatte aus den ersten sechs Saisonrennen von unzähligen technischen Problemen zurückgeworfen nur zwei WM-Punkte eingefahren. "Der Start war frustrierend, aber umso wichtiger ist dieser Motivationsschub", betonte Horner. "Es ist eine Bestätigung für unsere Arbeit." Im 26. Rennen unter Schirmherrschaft des Energydrink-Herstellers gelang erstmals der Sprung aufs Podest.

Damit durfte der Meister der Inszenierung - in Monaco stand Red Bull ganz im Zeichen des neuen Hollywood-Blockbusters "Superman Returns" - erstmals auch sportliche Erfolge feiern. Dabei kannte das Rennen einen Pechvogel aus den eigenen Reihen: Christian Klien. Der Vorarlberger schied an fünfter Stelle und damit noch vor Coulthard liegend auf Grund eines Getriebeschadens aus. Schon zuvor hatten ihn Bremsprobleme behindert.

Während Klien die Rennstrecke fluchtartig verließ, wurde sein Teamkollege in der Energy-Station von Red Bull gefeiert. "Ich bin begeistert, endlich wieder hier oben zu stehen", sagte Coulthard, der dank einer Ein-Stopp-Strategie erstmals seit dem 12. Oktober 2003 (im McLaren-Mercedes Dritter in Suzuka) unter die ersten Drei gefahren war und seine Trophäe passenderweise im Superman-Umhang entgegennahm.

Seinen Teamchef brachte das Podium allerdings stark in Bedrängnis. Bei einem Dinner am Donnerstagabend nach dem freien Training hatte Horner voreilig versprochen, im Falle eines Podestplatzes im Fürstentum nackt in den berühmten Pool zu springen. "Da kommst du nicht drum herum, dafür werde ich sorgen", versprach Coulthard, nachdem er seinen um drei Jahre jüngeren Chef herzlich umarmt hatte.

Der 35-jährige Schotte hatte von der Superman-Show sichtlich beflügelt schon am gesamten Wochenende in seiner Wahlheimat, in der er 2000 und 2002 bereits gewonnen hatte, mit Topzeiten aufgezeigt. "Er hätte schon im Qualifying unter die ersten Fünf fahren müssen", meinte Horner, wäre aber entscheidend aufgehalten worden. Im Rennen machte der Routinier mit einem schweren Auto dann aber "einen fantastischen Job".

Mit ein Grund, warum der Engländer den Schotten auch für die kommende Saison im Team halten will. "Er ist ein Teamplayer und er weiß, dass wir uns in einem Aufbau-Jahr befinden. Jetzt haben wir auch herausgefunden, welches Potenzial in uns steckt", erklärte Horner. Fahrerentscheidungen für 2007 sollen allerdings erst im späteren Sommer getroffen werden. Die Karten für den am Ausfall schuldlosen Klien stehen dennoch nicht so schlecht.

"Wahrscheinlich wäre auch Christian Platz drei nach Hause gefahren", meinte Toro-Rosso-Mitbesitzer Gerhard Berger. Mit seinem eigenen Team - Vitantonio Liuzzi und Scott Speed fuhren auf die Plätze 10 bzw. 13 - zeigte sich der Tiroler allerdings zufrieden. "Wir hatten wieder beide Autos im Ziel. Das ist die Fortsetzung einer konstanten Leistung. Liuzzi war sogar auf Punkte-Kurs", meinte Berger. Lediglich die Safety-Car-Phase habe das verhindert. (APA)

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