Alonso triumphiert in Monte Carlo

7. Juni 2006, 11:52
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Montoya Zweiter - Coulthard steuerte Red Bull erstmals auf's Podest - Schumi Fünfter - Klien von Getriebe­schaden gestoppt

Monte Carlo - Fernando Alonso hat am Sonntag einen großen Schritt in Richtung erfolgreicher WM-Titelverteidigung in der Formel 1 getan. Der 24-jährige Spanier gewann erstmals in seiner Karriere den klassischen Grand Prix von Monaco und baute seinen Vorsprung auf Michael Schumacher in der Weltmeisterschaft auf 21 Punkte aus. Dem Deutschen war am Vortag die Pole Position auf Grund eines absichtlichen "Stehers" aberkannt worden, er belegte Rang fünf.

Pechvögel Klien,...

Der große Pechvogel war der Österreicher Christian Klien, der an ausgezeichneter fünfter Stelle liegend mit Getriebeschaden ausfiel. Sein Teamkollege David Coulthard fuhr hingegen im 26. Rennen von Red Bull Racing als Dritter den ersten Podestplatz für das österreichisch-englische Team heraus. Der Schotte, der wie Klien im Superman-Design seine Runden drehte, profitierte allerdings von einer Reihe von Ausfällen - darunter jenem von Vorjahressieger Kimi Räikkönen und jenem seines todunglücklichen Stallgefährten.

Die Schlagzeilen gehörten an diesem Wochenende im Fürstentum zwar Schumacher und seiner umstrittenen Aktion am Ende des Qualifyings, der große Sieger war aber Alonso. "Es war ein sehr emotionales Rennen", erklärte der Asturier, der zuvor in Monaco noch nicht einmal auf das Podest gefahren war. Er widmete seinen Sieg dem am Freitag verstorbenen Chef seines Reifen-Lieferanten Michelin, Edouard Michelin.

...Räikkönen, Webber

Alonso hatte mehr als die Hälfte des turbulenten Rennens Räikkönen und den australischen Williams-Piloten Mark Webber hinter sich, ehe beide binnen zwei Runden mit Motorschaden die Segel streichen mussten. Eine Safety-Car-Phase schob das Feld noch einmal zusammen, spülte Klien und seinen Teamkollegen Coulthard auf die Plätze fünf und sechs nach vorne. Platz zwei erbte letztlich Räikkönens McLaren-Teamkollege Juan Pablo Montoya.

Eine Strafe wegen überhöhter Geschwindigkeit in der Box für Rubens Barrichello (4.) und ein Motorschaden bei Toyota-Pilot Jarno Trulli bescherten Coulthard auf seiner Lieblingsstrecke, auf der er 2000 und 2002 im McLaren bereits zweimal gewonnen hat, Rang drei. "Ich bin begeistert, wieder hier oben zu stehen. Das ist ein sehr wichtiger Tag für Red Bull Racing und eine echte Belohnung", meinte der 35-Jährige, der seine Trophäe mit einem Superman-Umhang entgegen nahm. "Es gibt keine größeres Rennen als dieses hier."

Dabei war Klien bis zu seinem Ausfall sogar noch vor seinem Teamkollegen gelegen. Der Vorarlberger fuhr dank einer Ein-Stopp-Strategie vom elften Startplatz nach vorne, ehe er nach 57 von insgesamt 78 Runden vom Getriebe gestoppt wurde. "Ich konnte einfach nicht mehr schalten", erklärte der 23-Jährige nach seinem fünften Ausfall in der laufenden Saison niedergeschlagen. "Das Auto ist leider nicht standfest genug, das ist wirklich ärgerlich."

Knapp an Sternstunde vorbei

Wie schon im Qualifying war Klien im Lauf des Rennens immer mehr von Bremsproblemen heimgesucht worden. "Der Ausfall ist sehr, sehr schade, denn heute wäre sehr viel möglich gewesen." Bezieht man den spektakulären Rennverlauf und die vielen Ausfälle mit ein, dann wohl sogar ein Podestplatz beim Saison-Highlight im Fürstentum und damit eine erste kleine Sternstunde in der Karriere des Vorarlbergers.

Ungeachtet der Turbulenzen hinter ihm drehte Alonso an der Spitze einsam seine Runden, nachdem er den ersten Startplatz von Schumacher, der im Rennen immerhin 17 Plätze aufholte, zuerkannt bekommen hatte. "Was Schumacher getan hat, ist lächerlich. Wir geben ihm auf der Straße die Antwort", hatte Renault-Teamchef schon vor dem Rennen angekündigt. Und was für eine. Alonso fuhr zu einem überzeugenden Start-Ziel-Sieg ein und behält seine WM-Führung damit zumindest für die kommenden beiden Grand Prix.

Klien war der einzige Red-Bull-Pilot, der nicht ins Ziel kam. Die beiden Toro-Rosso-Piloten Tonio Liuzzi und Scott Speed belegten die Plätze 10 bzw. 13. (APA/red)

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    Die ersten Drei im Fürstentum: Montoya (2./li), Sieger Alonso und Superman Coulthard (3./re).

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    Erstmals in Monte Carlo am Podest und gleich ganz oben: Fernando Alonso.

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