Wirtschaftskammer verkauft Auslandsliegenschaften

8. Juni 2006, 15:46
3 Postings

Erlöse werden zur Aufstockung des Pensions- und Abfertigungsfonds herangezogen - Hochauser: "Keine Notverkäufe"

Wien - Die Wirtschaftskammer (WKÖ) beginnt mit dem Verkauf ihrer Auslandesliegenschaften. "Zur Zeit wird der Verkauf der Außenhandelsstelle Budapest inklusive Dienstwohung abgewickelt, als nächstes kommt Bratislava dran, dann London und Tokyo", erklärt WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser in der am Dienstag erscheinenden Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "trend". Bereits im September 2004 hat die WKÖ ihre Wiener Zentrale in der Wiedner Hauptstraße zu Geld gemacht.

Veräußerungen an WIG

Veräußert wird aber nicht an Dritte, sondern an die 100-Prozent-Tochter WKO Immobilienmanagement GmbH (WIG). Wie schon beim Sale & Lease back der WKÖ-Zentrale nimmt die WIG das Geld für den Kaufpreis am freien Markt auf und bedient die Zinsen mit Mieteinnahmen. Hochhauser bestätigt, dass hier "im Grunde stille Reserven losgeeist" werden. Im Fall der WKÖ-Zentrale betrug der Kaufpreis 70 Millionen, in Budapest 1,2 Millionen Euro.

"Keine Notverkäufe"

Hochhauser dementiert, dass es sich hier um Notverkäufe zur Bedienung von Altlasten handle. Laut "trend" werden die Erlöse aber zur Aufstockung des Pensions- und Abfertigungsfonds herangezogen werden: So erhielt die Abfertigungskasse im Vorjahr zehn Millionen Zuschuss aus den Immobilienerlösen. Damit betragen die Abfertigungsrücklagen zur Zeit 14 Millionen Euro, was einer 100prozentigen Deckung entspricht. Und dem Pensionsfonds sollen nach einer ersten Tranche von zehn Millionen aus den Immobilienerlösen heuer nochmals zehn Millionen zugeführt werden. Hochhauser: "Mit Einlagen von insgesamt 130 Millionen Euro erfüllen wir aber jetzt schon die gesetzliche Deckungsquote von 60 Prozent." (APA)

  • Artikelbild
    foto: epa/jeon heon-kyun
Share if you care.