Qualifying: Schumacher strafversetzt

7. Juni 2006, 11:52
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Ferrari-Starpilot verliert Poleposition an Alonso und muss nach unsportlichem "Steher" vom Ende des Feldes ins Rennen

Monte Carlo - Michael Schumacher ist am späten Samstagabend für ein unsportliches Vergehen bestraft worden, das er selbst als Fahrfehler eingeschätzt hat. Der Rekordweltmeister muss den Formel 1-Grand-Prix von Monaco am Sonntag (14:00 Uhr/live ORF1) von der hintersten Startposition 22 aus in Angriff nehmen. Das gaben die Sportkommissäre des Automobil-Weltverbandes FIA um 22:42 Uhr nach einer mehr als sechsstündigen Sitzung bekannt.

"Steher" in der Rascasse-Kurve

Schumacher hatte zuvor unter kontroversen Umständen im Qualifying Bestzeit erzielt. Der Deutsche verwies Weltmeister Fernando Alonso um 0,064 Sekunden auf Platz zwei, behinderte den überlegenen WM-Leader allerdings auf dessen schnellster Runde mit einem "Steher" in der Rascasse-Kurve. Laut Einschätzung der FIA stoppte Schumacher "sein Auto absichtlich auf der Strecke zu einer Zeit, als er selbst die schnellste Runde erzielt hatte".

Schumacher: "Ich fühle mich nicht schuldig"

Der Ferrari-Star beteuerte vor der Entscheidung der Kommissäre seine Unschuld: "Ich fühle mich nicht schuldig, aber man wird sehr schnell vorverurteilt." Für seine Aktion - eine zu harte Bremsung mit unnachvollziehbaren Lenkmanövern und anschließendem Motor-Absturz - erntete Schumacher von den Fahrerkollegen heftige Kritik. Die einhellige Meinung: Der 37-Jährige habe absichtlich gehandelt.

Zeiten annulliert

Zu diesem Schluss kam auch die FIA und reagierte gemäß Artikel 116 des Formel 1-Regulativs. Dieser sieht vor, dass in so einem Fall "alle Zeiten annulliert werden". Diese Entscheidung sei darüber hinaus nicht zu beeinspruchen. Die Pole Position fiel damit Alonso zu. Es ist die dritte in Folge für den Renault-Piloten, der die gesamte Rennwoche in Monte Carlo dominiert hatte. "Ohne den Zwischenfall hätte ich die Pole sicher auf der Strecke geholt."

Keine Erklärung

Die Rennkommissäre haben laut eigenen Angaben alle relevanten Daten ausgewertet und sind zu dem Schluss gekommen, dass "keine gerechtfertigte Erklärung" für das Verhalten Schumachers vorliegt. Neben Schumacher, seinem Renningenieur Chris Dyer, Ferrari-Technikdirektor Ross Brawn und Ferrari-Teammanager Stefano Domenicalli waren auch FIA-Renndirektor Charlie Whiting und FIA-Software-Analyst Alan Prudom angehört worden.

Coulthard schon Siebenter

Da zuvor bereits Alonsos Renault-Teamkollege Giancarlo Fisichella wegen Behinderung auf den neunten Startplatz zurückversetzt worden war, geht der Schotte David Coulthard im Fürstentum als Siebenter ins Rennen. Das ist der beste Startplatz eines Red-Bull-Piloten in der laufenden Saison. In die erste Startreihe rückte der Vorjahres-Dritte Mark Webber (Williams) auf. In der zweiten Reihe stehen die McLaren-Mercedes von Kimi Räikkönen und Juan Pablo Montoya. Der Österreicher Christian Klien rückte auf Platz elf vor. (APA)

  • Schrägparker Schumacher plädierte vergebens auf "nicht schuldig".

    Schrägparker Schumacher plädierte vergebens auf "nicht schuldig".

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