Über 400 afrikanische Flüchtlinge auf Kanaren aufgegriffen

9. Juni 2006, 14:06
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Seit Jahresbeginn rund 8.000 Einwanderer - Zwei Boote auf Teneriffa angekommen, weiteres gesichtet

Santa Cruz - Der Zustrom von afrikanischen Flüchtlingen auf den Kanarischen Inseln reißt nicht ab. Am Wochenende gelangten erneut über 400 Afrikaner mit Booten auf die Inselgruppe. Allein am Sonntag machten nach Angaben der spanischen Behörden zwei Boote mit insgesamt 140 Flüchtlingen an Bord im Hafen der Touristenhochburg Los Cristianos an der Südküste Teneriffas fest. Ein drittes Boot wurde 50 Kilometer vor Teneriffa gesichtet.

Am Freitag und Samstag hatten 285 Afrikaner die Kanaren erreicht. Nach Angaben der autonomen Regierung der Inselgruppe griffen die Polizei und die Küstenwache seit Jahresbeginn rund 8.000 Einwanderer auf, mehr als im gesamten Jahr 2005. Die Europäische Union hatte Spanien Hilfe im Kampf gegen die illegale Immigration zugesagt.

"Folge der guten Beziehungen"

Der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos betonte, das Flüchtlingsdrama sei indirekt "die Folge der guten Beziehungen zwischen Spanien und Marokko". Früher seien über Marokko viel mehr Einwanderer nach Spanien gelangt, sagte der Minister der Zeitung "La Vanguardia" (Barcelona). Seit Marokko den Kampf gegen die illegale Immigration unterstütze, sei die Zahl der Flüchtlinge viel kleiner geworden. Allerdings seien jetzt die Umstände der Flucht dramatischer als früher.

Der konservative Oppositionsführer Mariano Rajoy forderte die sozialistische Regierung von Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero auf, dafür zu sorgen, dass die spanischen Grenzen geschützt werden. Es dürfe in Spanien keine "Regularisierung" von Immigranten mehr geben. (APA/dpa)

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