Senna, der Zweite

9. Juni 2006, 12:41
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Bruno möchte in die überdimensionalen Fuß­stapfen seines Onkels Ayrton treten - Berger: "Vom Typ her ist er ein junger Senna"

Monte Carlo - Sein Onkel ist der erfolgreichste Formel 1-Pilot, den das Fürstentum Monaco je gesehen hat. Ayrton Senna hat den Grand Prix von Monaco insgesamt sechsmal gewonnen, sein Neffe Bruno Senna fährt am Wochenende in Monte Carlo als Gastfahrer erstmals im Porsche-Michelin-Supercup. Der 22-Jährige hatte erst 2004 mit dem Motorsport begonnen, weil sein Großvater nach dem Tod von Ayrton ein Verbot über die Familie verhängt hatte.

Als sein Onkel am 1. Mai 1994 in Imola ums Leben kam, war Bruno Senna gerade einmal zehn Jahre alt. Zehn Jahre später erwirkte er von seiner Mutter die Erlaubnis, in ein Rennauto zu steigen. Seitdem stehen Seriensiege in der britischen Formel BMW und der britischen Formel 3 zu Buche. Dort hatte auch Ayrton Senna seine Karriere in Europa begonnen, ehe er drei Weltmeistertitel und 41 Grand-Prix-Siege einfuhr. "Mein Ziel ist nicht nur die Formel 1, sondern dort auch erfolgreich zu sein", meinte der "kleine" Senna selbstbewusst.

"Vom Auftreten her ist Bruno Ayrton sehr ähnlich", bemerkte Gerhard Berger, der der Familie beim Wiedereinstieg in den Motorsport geholfen hatte. "Ayrton war vielleicht ein etwas ernsterer Mensch." Der Tiroler muss es wissen, war er doch von 1990 bis 1992 drei Jahre Teamkollege des legendären Brasilianers. Auch Bruno, der neben seinem Onkel auch seinen Vater - bei einem Motorrad-Unfall - verloren hat, kennt Berger gut, dementierte aber mögliche Testfahrten Sennas in seinem eigenen F1-Team Scuderia Toro Rosso.

Man müsse dem Youngster auf Grund seines späten Einstieges in den Motorsport noch Zeit geben, betonte Berger, doch "vom Typ her ist er ein junger Senna". Womöglich das größte Kompliment, das man einem jungen Rennfahrer machen kann. Denn das Charisma des "Königs von Monaco" ist unbestritten. Das weiß auch Bruno: "Ich habe Ayrton als sehr lebensfrohen Menschen in Erinnerung, der immer alles aus einem Augenblick herausholen wollte. Er war der freundlichste Mensch der Welt."(APA)

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    Bruno stemmt Pokale, es sollen noch mehrere und größere werden.

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