Handy als Bücherregal in der Hosentasche

2. Juni 2006, 10:11
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Lektüre immer und überall griffbereit: Linzer Start-up hat Büchershop für Mobiltelefone entwickelt

Ansätze, das Buch auf mobile elektronische Endgeräte zu bringen, gibt es viele - vom speziellen E-Book-Reader bis hin zum Handheld oder Smartphone. Die Technik dabei ist längst kein Problem mehr, und, wie ein Blick ins Internet zeigt, wird auch das Angebot an dafür digital aufbereiteter Literatur ständig größer.

"Büchershop fürs Handy"

Die Möglichkeiten für den modernen und mobilen Menschen, ein paar Zeilen immer und überall griffbereit zu haben, will nun das drei Köpfe zählende österreichische Start-up books2go mit ihrem "Büchershop fürs Handy" um eine weitere anreichern. "Wir wollen damit Bücher und Kurzgeschichten in einem eigenen Datenformat ohne Medienbruch auf Mobiltelefonen lesbar machen", umreißt Geschäftsführer Christian Bauernfeind das Vorhaben.

Mobile-Streaming-Plattform

Entwickelt wurde dazu eine eigene Mobile-Streaming-Plattform (unter Streaming versteht man die kontinuierliche Übertragung von Daten), die es ermöglicht, auch längere Texte einfach per Premium-SMS zur Verfügung zu stellen. Besonders stolz ist man auf die automatische Erkennung des jeweiligen Handymodells, die notwendig ist, um das bestellte Buch in passender elektronischer Form ausliefern zu können.

Zwei Euro

Ähnlich wie bei einem Handygame oder Klingelton wird das Buch nach der Bestellung per SMS einmalig auf das Handy heruntergeladen und kann sofort gelesen werden. Pro Titel werden zwei Euro verrechnet, hinzu kommt noch das Verbindungsentgelt.

100 Titel

Rund 100 Titel hat books2go laut Bauernfeind derzeit im Portfolio, vom Märchen bis zum Klassiker. Das Angebot soll sukzessive ausgebaut werden, mit unterschiedlichen Verlagshäusern würden derzeit Gespräche geführt. "Wir bieten auch gerne jungen, noch unbekannten Autoren die Chance, auf unserer Plattform kostenlos ihre Werke vorzustellen", meint er. Seit sechs Wochen wird das Service angeboten, 200 Downloads habe es bisher gegeben.

Alle Netzanbieter

Unterstützt werden alle derzeitigen Netzanbieter in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Noch heuer sollen auch nicht deutschsprachige Märkte angegangen werden.

Lesen auf einem Handydisplay

Dass das Lesen auf einem Handydisplay etwas mühsam und mit reichlich viel mehr "Umblättern" verbunden ist, lässt Bauernfeind nur bedingt gelten. "Die Texte werden in etwa in der gleichen Buchstabengröße wie im Buch gezeigt", meint er, "und der Trends bei Handys geht ja eindeutig in Richtung größerer Displays". Er selbst habe schon ganze Romane am Mobiltelefone gelesen. "Insbesondere das Lesen im Bett funktioniert dank der Hintergrundbeleuchtung am Handy besonders gut", weiß er daher aus eigener Erfahrung. (Der Standard Printausgabe, 27./28.5.2006, Karin Tzschentke)

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    "Wir wollen damit Bücher und Kurzgeschichten in einem eigenen Datenformat ohne Medienbruch auf Mobiltelefonen lesbar machen", umreißt Geschäftsführer Christian Bauernfeind seine Pläne.

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