Islamist Sambi als Präsident der Komoren vereidigt

8. Juni 2006, 14:29
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"Ayatollah" betete mehrere Minuten auf den Knien

Moroni - Auf der Inselgruppe der Komoren im Indischen Ozean ist am Freitagabend der neue islamistische Präsident Ahmed Abdallah Sambi vereidigt worden. Sambi, ein im Iran und in Saudi-Arabien ausgebildeter Kleriker und Geschäftsmann, schwor seinen Eid auf den Koran und betete anschließend mehrere Minuten lang auf den Knien. Rund 10.000 Menschen hatten sich vor dem Präsidentenpalast in der Hauptstadt Moroni versammelt. Sambi hatte bei der Wahl Mitte Mai 58,02 Prozent der Stimmen erhalten.

Die Lage auf den Komoren mit rund 630.000 Einwohnern ist seit der Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Frankreich 1975 von Instabilität und wirtschaftlichem Niedergang geprägt. Mehr als 20 Putschversuche wurden gezählt, vier von ihnen führten zum Sturz der Regierung. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung der zwischen Mosambik und Madagaskar gelegenen Inselkette lebt in Armut; viele Menschen haben nicht genug zu essen und können weder lesen noch schreiben. Sambi hatte im Wahlkampf angekündigt, eine islamisch orientierte Regierung zu bilden. Im Volksmund wird er wegen seiner religiösen Orientierung "Ayatollah" genannt. (APA)

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