Touristiker können sich die Hände reiben

27. Juni 2006, 14:08
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Positive Konjunkturprognose lässt heuer wieder mehr Urlauber die Koffer packen - Mozart-Jahr steigert Nachfrage

Wien - Die heimischen Hoteliers und Wirte können sich in der kommenden Sommersaison über volle Häuser und Gaststuben freuen. So wirkt sich etwa die Fußball-WM generell stimulierend auf das Interesse an Europa-Reisen aus. Zu diesem Ergebnis kommt Silvia Ahrens im Gespräch mit dem STANDARD, basierend auf einer aktuellen Umfrage der Österreich Werbung (ÖW). Konkret rechnet das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) heuer in Österreich mit einem zweiprozentigen Plus bei den Gästeankünften aus dem Ausland und mit bis zu drei Prozent mehr Urlaubern aus dem Inland. Zum Vergleich: In der Sommersaison des Vorjahres wurden rund 15,6 Mio. Ankünfte und 59,6 Mio. Nächtigungen von Touristen in Österreich gezählt.

Wifo-Experte Egon Smeral sieht den prognostizierten überdurchschnittlich starken Anstieg (seit 2000 lag die Zuwachsrate jeweils bei rund 1,5 Prozent) vor allem in den "positiven Prognosen für eine europaweite konjunkturelle Erholung" begründet. Dies schlägt sich etwa auch im Trend zu Luxusreisen nieder.

Mozart zieht

In den USA, in Kanada und Japan wirkt sich auch das "Mozart"-Thema günstig auf die Österreich-Nachfrage aus. Aber auch aus Indien, Japan, Dänemark, Schweden und aus Osteuropa gibt es ein gesteigertes Interesse an der Alpenrepublik als Feriendestination. Leichte Nachfragesteigerungen erwartet die ÖW auch aus Australien, Großbritannien, Italien und der Ukraine. Speziell in Nordeuropa stärkt die Problematik der Mohammed-Karikaturen europäische Reisedestinationen wie Österreich zusätzlich.

Gleichzeitig packen aber auch die Österreicher vermehrt die Koffer. Als begehrtestes Urlaubsziel zeichne sich Griechenland (+ 25 Prozent) ab. Dies liest jedenfalls Isolde Schnögl vom größten heimischen Touristikkonzern, der Verkehrsbüro-Group, auf STANDARD-Anfrage aus den aktuellen Buchungsstatistiken. Auch Spanien (+13 Prozent) und Italien (+ zehn Prozent) sind in der Hitliste der Reiseziele wieder obenauf. Die unsichere politische Situation und die Vogelgrippe haben auf der anderen Seite dazu geführt, dass Ägypten (- 10 Prozent) und die Türkei (- 29 Prozent) im Sommer mit weniger österreichischen Badeurlaubern rechnen müssen. Schnögel geht aber davon aus, "dass die Türkeiveranstalter noch weiter mit ihren Preisen nach unten gehen werden und dadurch noch Familienurlauber kurzfristig umstimmen könnten.

Starke Zuwächse in Wien und Burgenland

Zurück nach Österreich: Dort zeigt die regionale Betrachtung der Tourismusumsätze vor allem kräftige Zugewinne für die Bundeshauptstadt, das Burgenland, Niederösterreich, Kärnten, die Steiermark und Salzburg. In Oberösterreich sind die Tourismusumsätze moderat gestiegen, in Tirol und Vorarlberg stagnierten sie auf dem Niveau des Vorjahres. (Monika Bachhofer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27./28.5.2006)

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