Fabio Cannavaro unter Beschuss

7. Juli 2006, 16:59
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Nach Lob für mutmaßlichen Fußball-Paten Moggi - Sohn von Lippi im Visier der Ermittler - Derby Lazio vs AS Rom beeinflusst?

Rom/Florenz - Der Fußball-Skandal in Italien stürzt die "Azzurri" in ihrer WM-Vorbereitung in ein Wechselbad der Gefühle. Kaum hatte Juventus-Torhüter Gianluigi Buffon im Verhör der Staatsanwaltschaft Parma die Wettvorwürfe gegen sich ausräumen können, geriet mit Vereinskollegen Fabio Cannavaro der nächste Nationalspieler unter Beschuss.

Pfiffe und Buhrufe für Cannavaro

Der Abwehrchef hatte Italiens mutmaßlichen Fußball-Paten Luciano Moggi als "guten Mann in seinem Job" gelobt und damit seine Kapitänsbinde aufs Spiel gesetzt. Die Fans empfingen Cannavaro am Freitag beim Training im WM-Quartier mit Pfiffen und Buhrufen. Verärgert pfiff der kommissarische Präsident des Italienischen Fußball-Verbandes (FIGC), Guido Rossi, den Kapitän zurück. "Wer Fehler gemacht hat, muss dafür zahlen", erklärte Cannavaro daraufhin kleinlaut. Die "Azzurri" werden immer nervöser, nur Buffon atmete auf: "Jetzt fühle ich mich wirklich frei, um mich ganz auf die WM zu konzentrieren", sagte der Schlussmann.

Neue Enthüllungen im Wettskandal kamen am Freitag aus Rom. Dort ermittelt die Staatsanwaltschaft, ob es bei den Spielen des AS Roma gegen Juventus im März sowie beim Derby gegen Lazio Rom im Mai vergangenen Jahres Ergebnisabsprachen und illegale Wetten gab. Mindestens ein Spieler der beteiligten Teams soll über Strohmänner beim Derby auf das damals als skandalös empfundene 0:0 gewettet haben. Auch die Partie Udinese gegen Parma von Anfang April diesen Jahres wird untersucht.

Mit Davide Lippi ist der Sohn von Teamchef Marcello Lippi ebenfalls ins Visier der Ermittler geraten. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen die Spielervermittleragentur "GEA World", für die Davide Lippi arbeitet, aufgenommen. Alessandro Moggi, der Sohn von Luciano Moggi, ist der Chef der größten Vermittlungsagentur Italiens. Die beiden sollen mit vier weiteren Arbeitskollegen Trainer und Spieler mit Drohungen beeinflusst haben.

Während am Donnerstag mit Giampiero Boniperti (77) ein Juventus-Urgestein als neuer Hoffnungsträger an die Spitze des vom Zwangsabstieg bedrohten Rekordmeisters trat, setzten in ganz Italien die Staatsanwaltschaften ihre Verhöre fort. Ex-Schiedsrichter-Koordinator Paolo Bergamo bestritt in einem achtstündigen Verhör in Rom, dass Ex-Juve-Manager Moggi sich die Schiedsrichter habe aussuchen und fernsteuern können. (APA/dpa/Reuters)

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    Cannavaro: "Wer Fehler gemacht hat, muss dafür zahlen."

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