Keine guten Nachrichten von Rooney

6. Juni 2006, 15:42
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Englands Team-Stürmer versäumt wahrscheinlich alle drei Gruppenspiele - Konflikt zwischen ManU und Verband scheint vorprogrammiert

London - Der Heilungsprozess des englischen Fußball-Stars Wayne Rooney ist offenbar doch nicht so gut wie zuletzt angenommen verlaufen. Nach einer am Donnerstag vorgenommenen genauen Untersuchung des Bruchs im rechten Mittelfuß gab Rooneys Klub Manchester United bekannt, dass am 14. Juni ein weiterer Röntgentermin angesetzt wurde, der endgültige Klarheit über die WM-Teilnahme des Stürmers bringt. Zumindest bis dahin darf Rooney nicht wettkampfmäßig trainieren.

Der 20-Jährige versäumt daher das Auftaktspiel seiner Mannschaft gegen Paraguay, auch ein Auftritt des Jungstars am 15. Juni gegen Trinidad und Tobago - einen Tag nach dem entscheidenden Scan - ist auszuschließen. Außerdem wird die abschließende Gruppenpartie gegen Schweden mit ziemlicher Sicherheit ohne Rooney über die Bühne gehen.

Chancen bestehen hingegen auf einen Einsatz im Achtelfinale, das die Engländer im Falle des Aufstiegs entweder am 24. oder 25. Juni absolvieren würde.

Eriksson: "Für uns sind das ermutigende Neuigkeiten"

Wie erwartet bleibt Wayne Rooney im englischen WM-Kader, auch wenn er voraussichtlich alle drei Gruppenspiele versäumt und bei schlechtem Heilungsverlauf möglicherweise gar nicht in Deutschland spielt. Dies kündigte Teamchef Sven-Göran Eriksson nach Bekanntwerden der Untersuchungsergebnisse an. "Für uns sind das ermutigende Neuigkeiten. Wir hoffen, dass im nächsten Scan weitere Fortschritte zu sehen sind und Wayne seine Rolle bei der WM spielen kann."

Zurückhaltender äußerte sich Sir Alex Ferguson, Rooneys Trainer bei Manchester United. "Wir haben Wayne in seinem Kampf, für die WM fit zu werden, immer unterstützt, aber wir müssen sicher sein, dass er körperlich und geistig völlig fit ist", betonte der Schotte.

Die unterschiedlichen Interessen von ManU und der englischen Nationalmannschaft bezüglich Rooney könnten demnächst in einen echten Konflikt münden. Während der nationale Verband (FA) alle Hebel in Bewegung setzt, um seinen wohl besten Offensivspieler bis zur WM fit zu bekommen, will Manchester keine neuerliche Verletzung riskieren, durch die der 20-Jährige den Saisonauftakt versäumen würde.

Das gesamte Rehabilitationsprogramm wurde unter Aufsicht des Vizemeisters abgewickelt, dessen Chef-Mediziner Mike Stone am Mittwoch gefeuert wurde - drei Tage, nachdem er von einer möglichen WM-Teilnahme Rooneys im ersten Gruppenspiel gesprochen hatte, und einen Tag vor der richtungweisenden Untersuchung.

Ferguson, der bereits die Team-Nominierung von Rooney kritisiert hatte, setzt alles daran, damit sein Klub im Heilungsprozess alle Zügel in der Hand hält. Daher hörte er auch die Ankündigung von Eriksson nicht gern, wonach der Jungstar mit dem Team am 5. Juni nach Deutschland reisen und nur am 14. Juni zum entscheidenden Scan nach Manchester zurückkehren wird. Was den Abflug Rooneys am 5. Juni betrifft, habe er das letzte Wort, betonte Ferguson. (APA)

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    Keine Diskussion um Rooney, der ManU-Stürmer fährt trotz Verletzung mit nach Deutschland.

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